„Generell werden alle Formen der Dienstleistung dieses Jahr stärker vertreten sein, wenngleich man berücksichtigen muss, dass der Aufschwung noch nicht überall auf der Welt angekommen ist“, erklärt der Geschäftsführer der Messe München Eugen Egetenmeir. Die Messe erwartet mehr als 1800 Aussteller aus aller Welt. Sie entwickeln und realisieren, beschreiben und dokumentieren, projizieren und prognostizieren den globalen, intermodalen Warenfluss zu Straße, Schiene, Wasser und in der Luft.
Besuchermagnet werden wieder – wie jedes Jahr – die Gleisanlagen auf dem Freigelände sein. Dort stellen unter anderem Siemens, Alstom und Bombardier ihre neuen Schienenfahrzeuge vor. Siemens kommt mit gleich vier Geschäftsbereichen nach München. Die „Bahnautomatisierung“ wird zeigen, wie mit einer Fernübertragungseinheit mittels GPS jederzeit der Standort eines Güterwaggons ermittelt werden kann. Ein besonderes Highlight präsentiert die Sparte „Fahrzeuge“: die neue Lokomotive Vectron (siehe dazu auch Seite 56). Der Bereich „Services“ zeigt das neue Dienstleistungskonzept „Railcover“ und die Kollegen aus der Abteilung „Infrastruktur und Logistik“ präsentieren ihre Neuentwicklungen zum Thema Container-Handling. Auch Bombardier ist in München groß dabei: Auf 490 Quadratmetern stellen sie ihre neue TRAXX AC Lokomotive vor und präsentieren Konzepte zur Effizienzsteigerung im Güterverkehr. Die Firma On Rail aus Mettmann wird in München ihr weiterentwickeltes Serienfahrzeug Falns BA 279 vorstellen. Dieser optimierte Schüttgutwagen besitzt nun einen vergrößerten Laderaum von 45 Kubikmetern und ist für ein Gesamtgewicht von 100 Tonnen ausgelegt.
Die See- und Binnenschifffahrt geht dieses Jahr in München mit nie da gewesener Stärke vor Anker. Sie hatte besonders unter der jüngsten Krise gelitten – gehen doch über 90 Prozent der interkontinentalen Güterströme über den Seeweg.
Nahezu lückenlos präsentiert sich das Güterumschlags-Netz der maritimen Logistik auf der Messe: von Hamburg und Bremen über Rotterdam und Antwerpen bis nach Le Havre und Marseille und zu den Mitgliedern der nordadriatischen Hafenvereinigung NAPA. „Gerade neue Ideen zur Verknüpfung der drei Transportwege Schiff, Zug und Lkw sind für uns wichtig. Als Kölner Unternehmen agieren wir in einer staureichen Region und sind immer auf der Suche nach neuen Lösungen“, beschreibt der Pressesprecher der Häfen und Güterverkehr Köln AG, Dr. Jan Zeese, seine Erwartungen vor der Messe.
Auch Gustav A. Schulze von AERS Rail Services Deutschland GmbH freut sich auf neue Lösungen aus der Industrie: „Fast wöchentlich ändert sich der Bedarf.
Da ist es doch schön, in München an einem Ort gleich mehrere Lösungsideen präsentiert zu bekommen – gerade im Lokbereich. Und außerdem können einem andere Messebesucher vielleicht sogar schon einmal berichten, welche Erfahrungen sie mit der neuen Technik gemacht haben.“
Weiterhin zunehmend ist in München der Trend zu Gemeinschaftsständen, an denen sich Länder, Regionen und Städte geografisch gebündelt darstellen. So sind Belgien, Frankreich, Italien, Litauen, die Niederlande, Spanien und Tschechien mit nationalen Pavillons vertreten. Auch viele deutsche Bundesländer – von Bayern über Hessen und Berlin/Brandenburg bis Nordrhein-Westfalen – stellen ihre Konzepte an Gemeinschaftsständen vor. „Ich möchte bei der Messe Kontakte knüpfen. Gerade an den jeweiligen Messeständen hat man in München Zeit für intensivere Fachgespräche“, meint der Geschäftsführer von EBM Cargo, Thomas Kaiser. Eine immer größere Rolle auf der transport logistic spielen IT-Lösungen – gerade weil sie die Effizienz in Lager, Transport, Produktion und Vertrieb sichern und auch wichtiger Treiber der grünen Logistik sind.
Die Messe präsentiert die ganze Palette dieser Anwendungen. Mit dabei sind Anbieter wie die Fraunhofer Gesellschaft, SAP, Telekom und TomTom. Auch 2011 wird die transport logistic neben dem breit gefächerten Ausstellungsangebot ein Konferenzprogramm anbieten. Foren-Themen sind unter anderem: „Europäische Transport-Korridore: Wohin soll das Geld gehen?“, „Grüne Logistik – mit Erfolg zum Klimaschutz“, „Wann fallen die EU-Grenzen für Güterzüge in der Praxis?“.
Und auch bei den Länder- und Regionenspecials haben sich die Messemacher einiges einfallen lassen; die vier Themen lauten hier: „Afrika – Auf dem Weg in die Zukunft“, „Türkei – Wachstumsmarkt und Tor zum Mittleren Osten“, „Länderspecial Frankreich“ und „Logistikstandort Österreich: Auf zu neuen Märkten“. Udo Mechenich
Fakten zur
transport logistic Die weltweit größte Fachmesse für Transport und Logistik findet vom 10. bis 13. Mai 2011 auf dem Gelände der Neuen Messe München statt. Themen sind Logistik und Güterverkehr, Telematik sowie innerbetrieblicher Transport und Materialfluss. In die transport logistic ist dieses Jahr die Air Cargo Europe integriert. 2009 kamen zur transport logistic 1764 Aussteller aus 55 Ländern und rund 48.000 Besucher aus 112 Ländern. Die Fachmesse findet seit 1978 alle zwei Jahre statt.
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