Archiv für das Tag 'Wolfgang Meyer'

mofair: Verkauf von DB-Strecken vertrags- und gesetzwidrig

12. Dezember 2013

Die Deutsche Bahn beginnt verpachtete Eisenbahn-Betriebsstrecken zu verkaufen, ohne sicherzustellen, dass die Käufer die eisenbahnrechtlichen Verpflichtungen einhalten, wirft Wolfgang Meyer, Präsident von mofair der DB AG vor. Das Unternehmen habe seine Geschäftsstrategie verändert und verkaufe neuerdings verpachtete Strecken an den Höchstbietenden. Angesicht der hohen Schrottpreise sind das immer häufiger Schrotthändler. Dabei stelle die Deutsche Bahn nicht sicher, dass der neue Eigentümer die Strecken, die nach dem Allgemeinen Eisenbahngesetz dem Eisenbahnverkehr dienen müssen, weiterhin für diese Zwecke einsetzen muss. 

Zudem schere es die Deutsche Bahn auch nicht, wenn in den Pachtverträgen für den Pächter eine Kaufoption vertraglich vereinbart wurde, wie dies bei den jüngsten Streckenangeboten z.B. bei den Strecken Horka – Lodenau oder Glauchau – Großbothen geschehen ist. „Damit verhält sich die Deutsche Bahn grob vertragswidrig“, sagte der mofair-Präsident. Er forderte die Deutsche Bahn nachdrücklich auf die Pachtverträge zu respektieren. Zudem fordert er ein Eingreifen des zuständigen Verkehrsministers.

(mofair)

Verbände warnen vor steigenden Bahnstromkosten

11. November 2013

Das Netzwerk Europäischer Eisenbahnen (NEE) und der Verband mofair warnen vor Plänen der neuen Koalition in Berlin, Eisenbahnverkehrsunternehmen aus der EEG-Härtefallregelung herauszunehmen. Ein solches Vorgehen würde zusätzlich zur Kostenerhöhung aufgrund der veränderten Bezugsgröße bei der EEG-Umlage zu einem weiteren Anstieg der Energiepreise um rund 50% führen heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung der Verbände. Die daraus resultierende Steigerung der Produktionskosten läge den Angaben zufolge zwischen 5% und 22,5%.

Vertreter beider Verbände begrüßen den aktuellen Beschluss der Verkehrsminister der Bundesländer, der Erhöhungen der EEG-Umlage bei Schienenbahnen ablehnt, und appellieren dringend an die verantwortlichen Politiker, die bisherigen Erfolge bei der Stärkung der Elektromobilität im Verkehr nicht zu gefährden und das politische Ziel der Verkehrsverlagerung auf die Schiene nicht aus den Augen zu verlieren. NEE-Präsident Wolfgang Meyer und mofair-Vorsitzender Ludolf Kerkeling: „Die wirtschaftliche Existenz der Eisenbahnverkehrsunternehmen, die durch Wettbewerb für die Renaissance der Schiene gesorgt haben, ist durch die EEG-Pläne massiv bedroht.”

(mofair/NEE)

Bahn-Chaos in Mainz: mofair macht Bundesregierung verantwortlich

13. August 2013

 

„Die Probleme am Mainzer Hauptbahnhof sind ein Menetekel für die Eisenbahnpolitik des Bundes“, sagte Wolfgang Meyer, Präsident von mofair, des Verbandes der privaten Verkehrsunternehmen auf Schiene und Straße, heute in Berlin. „Dem Management der Deutschen Bahn ist es nicht zu verübeln, Gewinne mit dem Schienennetz anzustreben. Aber das Schienennetz zu benutzen, um damit andere Aufgaben zu finanzieren und Dividende an den Bund abzuführen, ist der eigentliche Skandal.“ Der Konstruktionsfehler liege darin, dass die Politik das Schienennetz der Deutschen Bahn belassen habe, ohne für eine entsprechende Unabhängigkeit des Netzes vom Transportgeschäft zu sorgen.

(mofair)

 

Mofair fordert Kompromiss beim Eisenbahnregulierungsgesetz

21. Juni 2013

Vor dem Hintergrund des gestern von der Monopolkommission veröffentlichten Sondergutachtens “Bahn 2013″, in dem festgestellt wird, dass die Wettbewerbssituation auf dem Eisenbahnmarkt nach wie vor unbefriedigend ist, fordert der Verband mofair Bundesrat und Bundestag auf, ihre Bemühungen um einen Kompromiss zum Eisenbahnregulierungsgesetz zu verstärken.

„Es ist die vornehme Aufgabe des Vermittlungsausschusses Kompromisse finden, “ sagte Wolfgang Meyer, Präsident von mofair, des Verbandes der wettbewerblichen Verkehrsunternehmen auf Schiene und Straße.  Kompromisse seien im Sinne der Fahrgäste und der Verkehrsunternehmen erforderlich und möglich. “Die Mitglieder des Vermittlungsausschusses müssen sich ihrer Verantwortung stellen”, so Meyer.

„Der Vermittlungsausschuss sollte sich für das Machbare entscheiden“, sagte der mofair-Präsident. „Keine Kompromisse zu suchen und das Gesetz scheitern zu lassen, schadet dem Wettbewerb, den Verkehrsunternehmen und nicht zuletzt den Fahrgästen, für die Veranstaltung Eisenbahn überhaupt stattfindet.“

Der Vermittlungsausschuss wird sich am 26. Juni mit dem Gesetzentwurf befassen.

(mofair)

mofair e.V. wählt neuen Vorstand

12. Februar 2013

Vorstandsmitglieder mofair e. V., von links nach rechts: Frank Zehle, Roland Zschunke, Wolfgang Meyer und Josef Berker

Auf der diesjährigen Mitgliederversammlung wurde der Vorstand des Verbandes mofair e.V. turnusgemäß für eine Amtszeit von zwei Jahren neu gewählt.

Wolfgang Meyer konnte einstimmig als Präsidenten bestätigt werden.  Zum Nachfolger von Hans Leister wird Roland Zschunke von Keolis Deutschland erstmals in den Vorstand gewählt. Josef Berker von der RP Eisenbahn GmbH wurde als langjähriger Kassenwart in dieser Funktion bestätigt. Neu im Vorstand: Frank Zehle, Deutsche Touring, und Tobias Richter, National Express Deutschland.

Mit Frank Zehle habe sich erstmals ein Vertreter des Busgewerbes für den Vorstand zur Verfügung gestellt. Damit verbinde man ein klares Signal an den fairen Wettbewerb mit dem Busgewerbe.

[Quelle: mofair e.V.]

mofair: DB verhindert Wettbewerb im Fernverkehr

4. April 2011

Der Verband mofair e.V. wirft der Deutschen Bahn (DB) vor, sie würde den Wettbewerb im Schienenpersonenfernverkehr durch „drastische Erhöhungen“ der Bahnsteigbenutzungsgebühren erschweren wollen. Man verweist auf Medienberichte, wonach die Stationsgebühren in Bahnhöfen, in denen der Hamburg-Köln-Express (HKX) halten soll, um 135 Prozent erhöht worden seien.  Dies benachteilige ausschließlich die privaten Eisenbahnverkehrsunternehmen, die eigenwirtschaftlichen SPFV anbieten möchte. Zwar werden höhere Haltekosten auch für Fernverkehr der DB fällig, diese seien jedoch für den Gesamtkonzern Deutsche Bahn AG nicht ergebniswirksam.

Die DB argumentiere, so heißt es von mofair, es könne ihr nicht zugemutet werden, „die Preisgestaltung mit möglichen Geschäftsmodellen anderer Eisenbahnverkehrsunternehmen abzustimmen.“ Dazu mofair-Präsident Wolfgang Meyer: „Mit dieser Argumentation erweist sich die DB einen Bärendienst. Ein unabhängiges Netz würde alles tun, um einem Kunden den Netzzugang so zu ermöglichen, dass dessen Geschäftsmodell erfolgreich ist, sonst hätte es einen Kunden weniger.“ Der DB-Konzern habe jedoch gar kein Interesse daran, möglichst viele Kunden für sein Schienennetz zu gewinnen. Er wolle vorrangig seine eigenen SPFV-Angebote am Markt platzieren. Meyer: „Mit ihrem Verhalten und ihrer Argumentation liefert die DB selbst die überzeugendsten Argumente, warum es unabdingbar notwendig ist, das Netz aus dem DB-Konzernverbund zu lösen.“

mofair begrüßt SNCF-Vorschlag für Zusammenschluss der Bahnnetze

25. März 2011

Mit einer revolutionären Idee hat sich der Chef der französischen Staatsbahn SNCF, Guillaume Pepy, in der Auseinandersetzung um die Trennung des Schienennetzes von den Transportunternehmen der Staatsbahnen Deutschlands und Frankreichs zur Wort gemeldet. Er schlägt vor, die Schienennetze beider Länder zu fusionieren und durch einen unabhängigen staatlich kontrollierten Betreiber bewirtschaften zu lassen.

„Mit dieser innovativen und wettbewerbsfördernden Idee verlässt der SNCF-Chef den politischen Schützengraben, in dem sich die Deutsche Bahn nunmehr nur noch allein befindet“, urteilt Wolfgang Meyer, Präsident von mofair, des Verbandes der privaten wettbewerblich orientierten Verkehrsunternehmen in Deutschland. In Frankreich wurde das Netz aus der SNCF herausgelöst und in den staatlichen Netzbetreiber RFF (Réseau Ferré de France) überführt. „Damit taugt die französische Staatsbahn nicht mehr als Buhmann, der den Wettbewerb behindert“, betont der mofair-Präsident, „die deutsche Politik hat damit keine Entschuldigung mehr.“

Die Deutsche Bahn (DB) kämpft dennoch unverdrossen für die Beibehaltung der Kontrolle über das Schienennetz, obgleich das Netz nach Darstellung des Managements dem DB-Konzern nur Verluste bringt, weil es auf Jahre hinaus nicht in der Lage sein wird, eine nach Auffassung des Konzerns angemessene Eigenkapitalrendite zu erwirtschaften. „Warum sie den Verlusterbringer dann nicht loswerden will, bleibt wohl das Geheimnis von Herrn Grube“, sagt Meyer. Aber die DB nennt noch ein zweites Argument: Nur bei einer Einheit von Rad und Schiene, also die Zusammenfassung von Netz und Transport in einem Unternehmen, könne hochwertiger Schienenverkehr erbracht werden. „Würde Bahnchef Grube dieses Argument wirklich glauben, könnte er mit seinen Transportunternehmen nicht auf den Schienen Frankreichs, Großbritanniens oder Polens herumfahren. In keinem dieser Länder gehört ihm das Schienennetz“, bringt  Meyer den nächsten Widerspruch in der Bahnargumentation auf den Punkt.

In Frankreich gründete die DB zusammen mit anderen privaten Eisenbahnverkehrsunternehmen 2009 den Verband AFRA (Association Française du Rail), um der SNCF Paroli zu bieten. Mit der Herauslösung des französischen Schienennetzes hat sie einen großen Erfolg erzielt. „Wir geben die Hoffnung nicht auf, dass auch die Deutsche Bahn und wenn die nicht dann wenigstens die Politik die Zeichen der Zeit erkennen wird und für eine effektive Trennung des Netzes von den Transportunternehmen sorgen wird“, sagt mofair-Präsident Meyer.