Archiv für das Tag 'Schienennetz'

VDV legt Maßnahmenliste für Schienennetz vor

22. Februar 2013

Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) hat heute im Rahmen seiner Jahrespressekonferenz zum sechsten Mal seit 2002 die Eisenbahnverkehrsunternehmen, die Verbünde und Aufgabenträger nach konkreten Maßnahmen zur Verbesserung des deutschen Schienennetzes befragt. Das Ergebnis: 68 Unternehmen meldeten insgesamt rekordverdächtige 436 Aus- und Umbauprojekte. Der VDV kritisiert in diesem Zusammenhang die chronische Unterfinanzierung des Netzes: „Die Investitionen des Bundes für den Neu- und Ausbau des Schienennetzes müssen dauerhaft von jährlich 1,4 auf 1,9 Milliarden Euro erhöht werden. Sonst ist die politisch gewollte Verkehrsverlagerung eine Illusion”, so VDV-Hauptgeschäftsführer Oliver Wolff.

(PM VDV)

 

Umfangreiche Baumaßnahmen am Osterwochenende

3. April 2012

Die Deutsche Bahn AG teilt mit, dass  am Osterwochenende bundesweit an 150 Stellen im Streckennetz gebaut gebaut wird. Dabei werden mehr als 100 Kilometer Schienen, knapp 50 Weichen, rund 80 000 Schwellen und rund 100 000 Tonnen Schotter erneuert. Die DB setze damit die Modernisierung ihres Streckennetzes konsequent fort, heißt es. Das Osterwochenende sei mit seinen vier zusammenhängenden Tagen die einzige Gelegenheit für die Bahn, umfangreichere Gleisbauprojekte mit möglichst geringer Auswirkung auf Schüler-, Berufs- und Geschäftsreiseverkehr zu realisieren.

Herausragende Baumaßnahmen am Osterwochenende sind die Erneuerung von Brücken auf der Hamburger Verbindungsbahn zwischen Dammtor und Hauptbahnhof sowie Gleis- und Weichenerneuerungen zwischen Bremen und Osnabrück, Köln und Bonn, München und Ingolstadt, Frankfurt und Kassel sowie Frankfurt und Darmstadt. In der Regel wird der Zugverkehr eingleisig an den Baustellen vorbeigeleitet. Deshalb verlängern sich Reisezeiten. Vor allem in den Knoten Hamburg und Köln werden Züge umgeleitet und halten teilweise nicht an den gewohnten Bahnhöfen. Die Strecke Kassel-Frankfurt ist zwischen Gießen und Marburg ganz gesperrt, die Strecke Frankfurt-Darmstadt sowie die Strecke Ingolstadt-München abschnittsweise gesperrt. Fernverkehrszüge werden umgeleitet, Nahverkehrszüge durch Busse ersetzt.

Im Rahmen der Netzmodernisierung werden in diesem Jahr auf bundesweit über 3000 Gleisbaustellen rund 3300 Kilometer Gleise und 1870 Weichen erneuert. Dabei werden rund 2,3 Millionen Schwellen neu verlegt sowie rund 3,5 Millionen Tonnen Schotter verarbeitet.

(Quelle: DB)

mofair: DB verhindert Wettbewerb im Fernverkehr

4. April 2011

Der Verband mofair e.V. wirft der Deutschen Bahn (DB) vor, sie würde den Wettbewerb im Schienenpersonenfernverkehr durch „drastische Erhöhungen“ der Bahnsteigbenutzungsgebühren erschweren wollen. Man verweist auf Medienberichte, wonach die Stationsgebühren in Bahnhöfen, in denen der Hamburg-Köln-Express (HKX) halten soll, um 135 Prozent erhöht worden seien.  Dies benachteilige ausschließlich die privaten Eisenbahnverkehrsunternehmen, die eigenwirtschaftlichen SPFV anbieten möchte. Zwar werden höhere Haltekosten auch für Fernverkehr der DB fällig, diese seien jedoch für den Gesamtkonzern Deutsche Bahn AG nicht ergebniswirksam.

Die DB argumentiere, so heißt es von mofair, es könne ihr nicht zugemutet werden, „die Preisgestaltung mit möglichen Geschäftsmodellen anderer Eisenbahnverkehrsunternehmen abzustimmen.“ Dazu mofair-Präsident Wolfgang Meyer: „Mit dieser Argumentation erweist sich die DB einen Bärendienst. Ein unabhängiges Netz würde alles tun, um einem Kunden den Netzzugang so zu ermöglichen, dass dessen Geschäftsmodell erfolgreich ist, sonst hätte es einen Kunden weniger.“ Der DB-Konzern habe jedoch gar kein Interesse daran, möglichst viele Kunden für sein Schienennetz zu gewinnen. Er wolle vorrangig seine eigenen SPFV-Angebote am Markt platzieren. Meyer: „Mit ihrem Verhalten und ihrer Argumentation liefert die DB selbst die überzeugendsten Argumente, warum es unabdingbar notwendig ist, das Netz aus dem DB-Konzernverbund zu lösen.“

Bund will mehr Dividende von der Deutschen Bahn

18. März 2011

Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) will mehr Geld in den Ausbau des Schienennetzes stecken. Die zusätzlichen Mittel soll der Staatskonzern Bahn selbst aufbringen – bis zu 200 Millionen Euro im Jahr. Um dies zu gewährleisten soll die Deutsche Bahn (DB) in den kommenden Jahren eine noch höhere Dividende an den Eigentümer Bund zahlen. Statt wie bislang vorgesehen 500 Millionen Euro sollen es ab kommendem Jahr 525 Millionen Euro sein, ab 2015 sogar 700 Millionen pro Jahr. Zudem verlangt Ramsauer von dem Staatskonzern, Darlehen vorzeitig zurückzuzahlen. Von 2012 bis 2015 stünden so insgesamt gut eine Milliarde Euro zusätzlich für Investitionen bereit, erklärt Ramsauer.

Ramsauer hatte bei seinem Amtsantritt versprochen, mehr Geld für die Schiene zu mobilisieren, weil sich seiner Ansicht nach der weiter zunehmende Verkehr nur mithilfe der Bahn bewältigen lässt. Bis 2025 werden der Personenverkehr um ein Fünftel, der Güterverkehr insgesamt sogar um drei Viertel zunehmen, prognostizieren Experten. Der „Finanzierungskreislauf“ Ramsauers soll nun mehr Investitionen im Schienennetz ermöglichen, um diese Anforderungen zu bewältigen.

Doch der Verkehrsminister will sich insgesamt nur mit einer kleinen Reform zufriedengeben: Zwar soll die DB für dringend nötige Investitionen mehr Geld bekommen, ein Abspaltung des Schienennetzes soll es hingegen nicht geben. Hintergrund: politischer Konsens herrscht darüber, dass die Bahn zu wenig in ihr Schienennetz investiert, obwohl ihre Netzsparte gut verdient. Die Gewinne aus der Netzsparte fließen aber weitgehend in die Bahn-Holding. Der Koalitionsvertrag sieht zwar die Prüfung einer stärkeren Trennung von Holding und Netzsparte vor – möglich wäre die Kappung der Verträge zur Gewinnabführung zwischen Holding und der Netz-Tochter – aber Ramsauer will diesen Weg nicht gehen. Er kündigt an, die Strukturen der Bahn unangetastet zu lassen, was einer Forderung des Bahn-Managements entspricht.