Archiv für das Tag 'Guillaume Pepy'

Bombardier präsentiert in Frankreich neuen Doppelstock-Zug

25. September 2013

Bombardier Transportation hat heute am Standort Créspin in Nordfrankreich den ersten OMNEO-Doppelstockzug Régio 2N vorgestellt. Bei der Präsentation waren Vertreter des französischen Verkehrsministeriums und des französischen Industrieministeriums sowie SNCF-Chef Guillaume Pepy Bombardier-Präsident Lutz Bertling zugegen, teilt Bombardier heute mit.

Der neue Doppelstockzug, der nach den französischen Regionen Régio 2N benannt wurde, ist breiter als herkömmliche Doppelstockzüge. Er bietet einen höheren Komfort für Passagiere mit mehr Platz an Bord, größtmöglichem Sitzplatzangebot, großen Zugangsplattformen mit zwei breiten Türen und leisen Wagen für lange Fahrten. Die Régio 2N-Plattform ist in verschiedenen Konfigurationen verfügbar: von sechs bis zehn Wagen, mit einer Gesamtlänge zwischen 81 m und 135 Metern. Die Züge können mit Geschwindigkeiten zwischen 160 km/h und 200 km/h fahren.

(BT)

mofair begrüßt SNCF-Vorschlag für Zusammenschluss der Bahnnetze

25. März 2011

Mit einer revolutionären Idee hat sich der Chef der französischen Staatsbahn SNCF, Guillaume Pepy, in der Auseinandersetzung um die Trennung des Schienennetzes von den Transportunternehmen der Staatsbahnen Deutschlands und Frankreichs zur Wort gemeldet. Er schlägt vor, die Schienennetze beider Länder zu fusionieren und durch einen unabhängigen staatlich kontrollierten Betreiber bewirtschaften zu lassen.

„Mit dieser innovativen und wettbewerbsfördernden Idee verlässt der SNCF-Chef den politischen Schützengraben, in dem sich die Deutsche Bahn nunmehr nur noch allein befindet“, urteilt Wolfgang Meyer, Präsident von mofair, des Verbandes der privaten wettbewerblich orientierten Verkehrsunternehmen in Deutschland. In Frankreich wurde das Netz aus der SNCF herausgelöst und in den staatlichen Netzbetreiber RFF (Réseau Ferré de France) überführt. „Damit taugt die französische Staatsbahn nicht mehr als Buhmann, der den Wettbewerb behindert“, betont der mofair-Präsident, „die deutsche Politik hat damit keine Entschuldigung mehr.“

Die Deutsche Bahn (DB) kämpft dennoch unverdrossen für die Beibehaltung der Kontrolle über das Schienennetz, obgleich das Netz nach Darstellung des Managements dem DB-Konzern nur Verluste bringt, weil es auf Jahre hinaus nicht in der Lage sein wird, eine nach Auffassung des Konzerns angemessene Eigenkapitalrendite zu erwirtschaften. „Warum sie den Verlusterbringer dann nicht loswerden will, bleibt wohl das Geheimnis von Herrn Grube“, sagt Meyer. Aber die DB nennt noch ein zweites Argument: Nur bei einer Einheit von Rad und Schiene, also die Zusammenfassung von Netz und Transport in einem Unternehmen, könne hochwertiger Schienenverkehr erbracht werden. „Würde Bahnchef Grube dieses Argument wirklich glauben, könnte er mit seinen Transportunternehmen nicht auf den Schienen Frankreichs, Großbritanniens oder Polens herumfahren. In keinem dieser Länder gehört ihm das Schienennetz“, bringt  Meyer den nächsten Widerspruch in der Bahnargumentation auf den Punkt.

In Frankreich gründete die DB zusammen mit anderen privaten Eisenbahnverkehrsunternehmen 2009 den Verband AFRA (Association Française du Rail), um der SNCF Paroli zu bieten. Mit der Herauslösung des französischen Schienennetzes hat sie einen großen Erfolg erzielt. „Wir geben die Hoffnung nicht auf, dass auch die Deutsche Bahn und wenn die nicht dann wenigstens die Politik die Zeichen der Zeit erkennen wird und für eine effektive Trennung des Netzes von den Transportunternehmen sorgen wird“, sagt mofair-Präsident Meyer.