Archiv für das Tag 'Bundespolizei'

Gewaltdelikte in Zügen erfasst

26. Februar 2014

Die Bundespolizei hat im vergangenen Jahr 2.505 Körperverletzungsdelikte erfasst, die in Zügen beziehungsweise Bahnwagen begangenen wurden. Wie aus der Antwort der Bundesregierung (18/532) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (18/346) weiter hervorgeht, waren es im Jahr zuvor 2.463 nach 3.031 im Jahr 2011. Im Jahr 2002 lag die Zahl der in Zügen beziehungsweise Bahnwagen festgestellten Körperverletzungsdelikte den Angaben zufolge bei 1.503.

(hib)

S-Bahn München mit Videoüberwachung ausgestattet

6. Februar 2013

Bayerns Verkehrsminister Martin Zeil informierte heute gemeinsam mit S-Bahn-Geschäftsleiter Bernhard Weisser und Jürgen Vanselow, dem Leiter der Bundespolizeiinspektion München, über die vollständige Ausstattung der Münchner S-Bahnflotte mit Videokameras. Nach dem schrecklichen Ereignis in Solln war es für die Verantwortlichen ein wichtiges Anliegen, dass sich die Fahrgäste sicher fühlen. Die Investition von rund 9,8 Millionen Euro werden je zur Hälfte vom Freistaat Bayern und von der DB Regio finanziert.

„Die Videoaufzeichnung stößt auch bei den Fahrgästen auf breite Akzeptanz. Sie bildet mittlerweile eine zentrale Säule des Sicherheitskonzeptes für die S-Bahn München“, ergänzt der Minister. Der Minister mahnte, dass die Technik zwar die polizeiliche Ermittlungen unterstützt, jedoch nicht die Präsenz von Sicherheitskräften ersetzt.

Sicherheit wird bei der S-Bahn München seit jeher groß geschrieben. Profitieren werden unsere täglich mehr als 800.000 Fahrgäste, die Ermittlungsbehörden durch höhere Aufklärungsquoten. Dabei erhofft sich der Betreiber einen Rückgang an Vandalismusschäden.

Die Leiter der Bundespolizei sieht in der Videoausstattung in allen S-Bahnen ein wichtiges Hilfsmittel zur Strafverfolgung und Gefahrenabwehr. Das Bayerische Verkehrsministerium will sich auch weiterhin an der Finanzierung von Programmen für Streifendienste beteiligen.

[Quelle: Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie]

Gewerkschaft fordert mehr Sicherheit im SPNV

29. März 2011

Unbewachte, einsame Haltepunkte und Züge, in denen der Triebfahrzeugführer im Führerstand sitzt, ohne zu sehen, was in seinen Abteilen passiert – hier und dort kann schon mal die Angst im Zug mitfahren. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hat sich des Problems angenommen und veranstaltete kürzlich auf einer Reihe bundesdeutscher Bahnhöfe einen Aktionstag. Sicherheit, hieß es in einer vorab verbreiteten Meldung, ließe sich nur durch mehr Kundenbetreuer in den Zügen erreichen; dies bedeute zugleich besseren Service. Zwar seien, so die Gewerkschaft, die Übergriffe auf Bahnbeschäftigte im Jahr 2010 zurückgegangen; man dürfe aber mit den Anstrengungen „nicht nachlassen“. Die Bundespolizei bestätigte gegenüber dem Privatbahn-Magazin den Rückgang solcher Delikte. Laut Sprecher Jens Schobranski wurden im Jahr 2010 noch 699 Taten aufgenommen. Im Jahr 2009 waren es 836, 2008 immerhin 865 Fälle von Körperverletzungen gegen DB-Angehörige.

EVG-Sprecher Oliver Kaufhold sagte, es gebe nachts, an Wochenenden, zu Fußballspielen und Volksfesten „gewisse Schwerpunkte“. Zugbegleiter könnten deeskalierend wirken, müssten aber geschult werden. Solche Deeskalationstraings gebe es bei der Deutschen Bahn (DB), sie würden aber vom örtlichen Management „nicht so abgerufen“. Kaufhold zufolge wäre es sinnvoll, solche Kurse verpflichtend zu machen. Die Bundespolizei teilte dazu mit, die Schulungen würden durch die Mitarbeiter der DB ausgesprochen positiv bewertet. Sie seien eine geeignete Vorbereitung auf Konfliktsituationen; außerdem habe sich die Handlungssicherheit „in gefährlichen Situationen aufgrund der Schulungen erheblich erhöht“.

Oliver Kaufhold zufolge ist im letzten Jahr eine Vereinbarung mit der DB unter dem Titel „Sicher unterwegs“ unterzeichnet worden – die EVG wünscht sich, diese noch hieb- und stichfester zu machen. Bei den Privatbahnen sieht es nach seinen Angaben anders aus, hier müsse „externes Wissen“ herangeholt werden; Kostenüberlegungen spielen ebenfalls eine Rolle. „Es wäre schön, wenn es nicht dem Zufall überlassen wäre“. Es gibt auch SPNV-Unternehmen, die Videoüberwachung einsetzen. Dies sei ein „Instrument, mit dem man arbeiten kann, technisches Equipment könne aber „Eingreifen nicht ersetzen“.

Die Bundespolizei ergänzte ihre Auskünfte mit Zahlen, die Körperverletzungsdelikte der Reisenden untereinander beschreiben. Zwar könnten die Jahre 2009 und 2010 nicht direkt miteinander verglichen werden, da Erfassungsregeln geändert wurden; ab 2010 seien Vergleiche aber wieder möglich. Die Zahlen steigen:

-          2009: rund 9780 Fälle von Körperverletzungen,

-          2010: etwa 11.100 Straftaten dieser Art.

„Räumliche Schwerpunkte“ seien Berlin, Hamburg, Hannover, Düsseldorf, Dortmund, Köln, Frankfurt/Main, München und Stuttgart. (fbt)