Gefeilsche um die BOB-Strecken

10. Februar 2010

Die Strecken der Bayerischen Oberlandbahn werden voraussichtlich ausgeschrieben. Das bayerische Wirtschaftsministerium hat sich eindeutig festgelegt. Nur ein Machtwort von Ministerpräsident Seehofer würde hier wirken.

2013 läuft nach 14 Jahren der Vertrag mit der staatlichen Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) aus. Fristgerecht muss die BEG die Strecken von München nach Bayrischzell und Lenggries in diesem Jahr ausschreiben – es geht um 1,7 Millionen Zugkilometer pro Jahr. Die Deutsche Bahn steht schon in den Startlöchern, um sich diese Paradestrecke zurückzuholen. „Wenn schon Wettbewerb, dann für alle“, sagt ein Bahnsprecher.
Allerdings steht Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) bei lokalen Politikern im Wort. Zuletzt im August 2009 hatte er angekündigt, dass er sich für einen Verzicht auf die Ausschreibung einsetzen werde. Die Betreiber der BOB hat er da natürlich auf seiner Seite: „Es gibt keinen rechtlichen Druck, ausschreiben zu müssen“, sagt BOB-Geschäftsführer Heino Seeger, der den Vertrag mit der BEG gerne um zehn Jahre verlängern würde. Der bayerische Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) sieht das anders: Verbesserungen für die Fahrgäste seien „nur im Wettbewerb“ zu erreichen, erklärt er. (PM mofair)

Kommentarfunktion ist deaktiviert.