Archiv für das Tag 'Tarifstandard'

Lokführer setzen Arbeitskampf fort

20. April 2011

Der Lokführerstreik bei privaten Eisenbahnverkehrsunternehmen führt weiter zu Problemen. Im Durchschnitt seien gestern (19. April) rund 70 Prozent der Züge der bestreikten Unternehmen ausgefallen, erklärt die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL). Die Gewerkschaft will für alle 26.000 Lokführer einheitliche Tarifstandards durchsetzen. Maßstab dafür ist der Rahmentarifvertrag mit der Deutsche Bahn (DB), den GDL und DB am vergangenen Freitag (15. April) geschlossen hatten. Unterdessen warnt der Präsident der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände (BDA), Dieter Hundt: „Ohne Tarifeinheit droht unsere Tarifautonomie kaputt zu gehen. Laufend entstehen neue Spartengewerkschaften. Sie wollen aber ihr Erpressungspotenzial gegen die Betriebe einsetzen, um mehr für sich rauszuholen.“

Ihren Streik  begann die GDL am Montagmittag. Der Ausstand soll bis 2 Uhr am Donnerstagmorgen andauern. Nach Abschluss des 60-stündigen Streiks wird die GDL über die Osterfeiertage keine Arbeitskämpfe durchführen.

 

Liste der bestreikten Unternehmen

AKN Eisenbahn AG, Abellio Rail NRW GmbH, Bayerische Regiobahn GmbH, Berchtesgadener Land Bahn GmbH, cantus Verkehrsgesellschaft mbH, HLB Basis AG, HLB Hessenbahn GmbH, Hohenzollerische Landesbahn AG (HzL), metronom Eisenbahngesellschaft mbH, Mitteldeutsche Regiobahn, Nord-Ostsee-Bahn GmbH (NOB), Nord-West-Bahn GmbH, ODEG Ostdeutsche Eisenbahngesellschaft mbH, Osthannoversche Eisenbahnen AG (OHE), Ostseeland Verkehr GmbH (OLA), Prignitzer Eisenbahn (Betriebsteil NRW), vectus Verkehrsgesellschaft mbH, Veolia Verkehr Sachsen-Anhalt GmbH, Vogtlandbahn GmbH, Westfalenbahn GmbH

Weitere Infos:

Über Zugausfälle informiert die DB unter der Hotline: 0 80 00- 99 33 66.

Die GDL informiert unter:  0 69/4 05 70 91 12 und auf ihrer Homepage: www.gdl.de

GDL-Streiks nicht bis Donnerstag

14. März 2011

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) setzt im Tarifkonflikt mit der Deutschen Bahn (DB) und ihren Wettbewerbern ihre Streiks bis einschließlich Donnerstag aus. Grund sei eine dreitägige Tagung des GDL-Hauptvorstandes heißt es auf Gewerkschaftskreisen.

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer hatte zuvor Bahnunternehmen und GDL aufgefordert, den Tarifkonflikt unverzüglich zu lösen. „Ich appelliere an die Tarifpartner, sich sofort an den Verhandlungstisch zu setzen”, sagte Ramsauer. Diese Streiks schadeten nicht nur der Bahnbranche, sondern dem ganzen Land.

Die GDL will einheitliche Tarifstandards für etwa 26.000 Lokführer im Nah-, Fern- und Güterverkehr durchsetzen – egal, bei welchem Betreiber sie arbeiten. Eine Kernforderung sind einheitliche Einkommen auf dem Niveau der DB sowie fünf Prozent Aufschlag – auch bei den Bahn-Konkurrenten Abellio, Arriva, Benex, Keolis, Veolia und Hessische Landesbahn.

Die Bahn hat zuletzt ein Gespräch vorgeschlagen. Darin bot sie der GDL erstmals an, einen Rahmentarifvertrag für Lokführer auch schon abzuschließen, bevor sich die Gewerkschaft mit der Mehrzahl der Bahn-Konkurrenten geeinigt hat. Das jüngste Tarifangebot der Bahn enthält nun eine Einkommenserhöhung von rund fünf Prozent bei einer Vertragslaufzeit von 29 Monaten. Außerdem ist der Konzern bereit, im Regionalverkehr Lokführer zu übernehmen, die nach dem Betreiberwechsel eines Streckennetzes ihren bisherigen Arbeitsplatz verlieren. Weitgehend Einigkeit mit der GDL besteht laut DB bei den Schutzregeln für Lokführer, die aus Gesundheitsgründen ihren Beruf nicht mehr ausüben können.