Archiv für das Tag 'Bahnindustrie'

Dr. Johannes Nicolin mit European Railway Award ausgezeichnet

27. Februar 2013

Dr. Johannes Nicolin

Dr. Johannes Nicolin

Die Gemeinschaft der Europäischen Bahnen (CER) und der Verband der europäischen Bahnindustrie (Unife) haben gestern Dr. Johannes Nicolin mit dem European Railway Award 2013 geehrt. Der technische Direktor der AAE Ahaus Alstätter Eisenbahn AG erhält den Preis für die zahlreichen Impulse, die er in der Entwicklung innovativer Güterwagen, insbesondere bei Intermodalwagen, gesetzt hat. Das Preisgeld in Höhe von EUR 10.000 wird Nicolin an das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, Unicef, spenden. Zu den maßgeblich von ihm angestoßenen Entwicklungen seine Karriere gehören:

  • Taschenwagen, die wahlweise den Transport von Sattelaufliegern, Containern oder Wechselbrücken ermöglichen;
  • das bimodale System Kombirail;  
  • Niederflurwagen, die auch auf dem britischen Streckennetz, das nur Transporte mit geringer Höhe erlaubt, herkömmliche Container transportieren kann, und die auf dem Kontinent High Cube Container befördern;
  • Gummifeder-Drehgestelle mit 25 Tonnen Achslast und für Geschwindigkeiten von bis zu 160 km/h.

Wegweisend war und ist der von Nicolin forcierte Einsatz von Scheibenbremsen im Güterverkehr. „Die Scheibenbremse, die sich im Personenverkehr auf der Schiene und im Straßenverkehr längst etabliert hat, kann auch dem Schienengüterverkehr zu mehr Akzeptanz und höherer Wirtschaftlichkeit verhelfen“, ist Nicolin überzeugt.

[Quelle: AAE Group]

Bahnindustrie mit positiver Geschäftsentwicklung

16. Oktober 2012

  • Sorge um Infrastrukturgeschäft der Branche
  • Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung weiterentwickeln
  • Zulassung reformbedürftig

 

 

Verbandspräsident Michael Clausecker äußerte sich vor dem Hintergrund der soliden Wirtschaftsentwicklung des ersten Halbjahres zuversichtlich, dass die Bahnindustrie über den gesamten Jahresverlauf wieder einen Umsatz oberhalb der Zehn-Milliarden-Euro-Marke erreichen werde. Dafür sprächen auch die insgesamt gut gefüllten Auftragsbücher der Branche.

Die Nachfrageentwicklung bezeichnete er jedoch als „unsicher“. „Der Schienengüterverkehr in Europa und in Deutschland zeigt Schwächen. Auch allgemein prognostizieren die jüngsten weltweiten Konjunkturdaten eine weiter abnehmende Wirtschaftsleistung. Hinzu kommt die für die Bahnindustrie nur schwer absehbare Entwicklung der Schuldenkrisen im Euroraum. 

 

Dreiviertel des Umsatzes gewann die heimische Bahnindustrie im ersten Halbjahr 2012 mit Schienenfahrzeugen sowie den dazugehörenden Komponenten und Subsystemen; 25 Prozent mit Infrastrukturausrüstungen und stagniert nahezu auf niedrigem Niveau.

 

Das Geschäft mit Zügen stieg um gut 14 Prozent auf 4 Milliarden Euro. Volumenstärker ist dabei das Auslandsgeschäft mit 2,2 Mrd. Euro. Das Inlandsgeschäft stieg um rund 29 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro. Das Gesamtvolumen liegt im ersten Halbjahr bei nur 1,3 Mrd. Euro. In Deutschland verzeichneten die Bahntechnikhersteller einen Umsatz in Höhe von 800 Millionen Euro, wie in den Vorgängerhalbjahren 2011 und 2010.

 

Der Verband empfiehlt die Fortsetzung der dafür eingesetzten „Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung“ (LuFV); VDB-Hauptgeschäftsführer Ronald Pörner forderte zudem eine Aufstockung der jährlichen Finanzmittel von 2,5 auf gut 3 Milliarden Euro, um so  die Inflation seit dem Jahr 2001 ausgleichen zu können. Auf dieses Jahr gehen die für die LuFV bis heute veranschlagten Finanzmittel zurück. Außerdem müsse der Zustand und die uneingeschränkte Nutzbarkeit des Netzes vollständig durch Qualitätskennzahlen bewertet werden. „Das ist bislang aus Sicht des VDB nicht in ausreichendem Maße der Fall“, sagte Pörner. „Deshalb sollten die Qualitätskennzahlen künftig erweitert werden, zum Beispiel um die Bewertung des Fahrwegzustandes und des Anlagenalters.“

 

Sorge bereitet der Branche die Zulassungspraxis von Bahntechnik in Deutschland. „Sie dauern für alle Beteiligten zu lange und sind für die Hersteller zu teuer“, kritisierte Verbandspräsident Clausecker. „Die Zulassungsprozesse in Deutschland binden somit in hohem Maße industrielle Ressourcen und behindern die Wettbewerbsfähigkeit der Bahntechnikhersteller in Deutschland.“ Sobald die wichtigsten Teile des „Handbuchs Eisenbahnfahrzeuge“ vom Mai 2011 zur Vereinfachung der Zulassungsverfahren durch den Gesetzgeber in Kraft treten, müsse sich eine umfassende Reform der Zulassungspraxis in Deutschland anschließen.

(Quelle: VDB)

InnoTrans 2012: Karriere in der Bahnindustrie

24. September 2012

Wertvolle Tipps und Hintergrundinformationen gab es in der Career Point Halle. Neben der unübersehbaren und stets dicht umlagerten Wand mit unzähligen Stellenangeboten aus der Branche und den Ständen namhafter Arbeitgeber dienten auch die Vorträge im Career Point Pavilion der Information aus erster Hand. So war beim Vortrag von Franziska Rüsch vom Verband der Bahnindustrie in Deutschland (VDB) zu erfahren, dass die Verbandsmitglieder zukünftig nicht allein vor technischen Herausforderungen bezüglich klimafreundlicheren und ressourcenschonenderen Angeboten stehen, sondern auch vor dem Problem, allein in diesem Jahr den Bedarf an 1.500 Nachwuchskräften mit Hochschulabschluss zu decken. Auch Facharbeiter werden verstärkt gesucht – laut Rüsch sind derzeit fast 50.000 Mitarbeiter bei den rund 160 Mitgliedsunternehmen des VDB beschäftigt. Gute Chancen  mithin für eine Karriere bei der Bahnindustrie.

(Quelle: Messe Berlin)

SCI Verkehr: Wachstum im chinesischen Bahnmarkt sinkt

6. August 2012

Der chinesische Bahnmarkt hat seinen Peak erreicht – bei nach wie vor hohem Marktvolumen sinken die Wachstumsraten. Das ist das zentrale Ergebnis der neuen Studie „The Chinese Railway Market“ von SCI Verkehr. Das Beratungsunternehmen analysiert aus erster Hand aktuellste Planungsvorgaben und Entwicklungsziele in dem gegenwärtig bedeutendsten Land für Bahntechnik. In den vergangenen Jahren hat sich China zum größten und zu einem der dynamischsten Bahnmärkte der Welt entwickelt. Es wurde massiv in den Bahnsektor investiert, vor allem in Hochgeschwindigkeitssysteme und Metros. Den gewaltigen Peak mit rund 100 Mrd. Euro erreichten die Investitionen im Jahr 2010 – eine Folge des ohnehin auf Hochtouren laufenden Schienenfahrzeug- und Infrastrukturausbaus, der zusätzlich beflügelt wurde durch ein gewaltiges Konjunkturprogramm im Jahre 2009 zur Überwindung der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise. Seither schwächen sich auch in China die Investitionen für Bahntechnik wieder ab, bleiben jedoch in Summe auch in den Folgejahren nach 2012 spürbar über dem Niveau von 2008. Nachdem in der zweiten Jahreshälfte 2011 nur sehr wenige neue Aufträge vergeben wurden, zieht die Auftragsvergabe nach dem zweiten Quartal im Jahr 2012 wieder an. Damit bleibt China ganz vorne im Ranking der umsatzstärksten Bahnmärkte. Der Anteil des Neugeschäfts am gesamten Marktvolumen liegt derzeit bei fast 80 Prozent, 2016 wird dieser Anteil nur noch 60 Prozent ausmachen, was kompensiert wird durch eine Intensivierung des After-Sales-Marktes. SCI Verkehr sieht die chinesischen Hersteller für Bahntechnik unter den weltweiten Marktführern und erwartet in den kommenden 5 Jahren eine aggressive Exportpolitik dieser Unternehmen auf die Märkte außerhalb Chinas.

(Quelle: SCI Verkehr)

Döring greift deutsche Bahnindustrie an

29. Juni 2012

FDP Generalsekretär Patrick Döring hat heute im Deutschen Bundestag die deutsche Bahnindustrie heftig angegriffen. Döring warf der deutschen Bahnindustrie vor, unfähig zu sein, moderne Schienenfahrzeuge pünktlich ausliefern zu können. Dörings Rundumschlag gegen die Bahnindustrie erfolgte während der Debatte zu einem Antrag der Linksfraktion, die ein Konzept für eine kundenfreundliche Bahn vorstellte.