admin 30. März 2012
Der Demografische Wandel in Deutschland fängt an, die allgemeine Leistungsfähigkeit des Nahverkehrs zu gefährden. Es gibt Warnungen vor einer zunehmend unterschiedlichen Nachfrageentwicklung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV). Während in Großstädten und Ballungsräumen immer mehr Menschen Busse und Bahnen nutzen, gehen die Fahrgastzahlen in den ländlichen Regionen und in den Kleinstädten zurück. Dies liegt vor allem am Strukturwandel und den dadurch stark rückläufigen Schülerzahlen. Denn Schüler sind seit jeher die mit Abstand größte Kundengruppe des ÖPNV im ländlichen Raum. Der VDV (Verband Deutscher Verkehrsunternehmen) beobachtet die Nachfrageentwicklung im ÖPNV mit wachsender Sorge. „Allein im letzten Jahr sanken die Fahrgastzahlen im Regionalbusverkehr deutschlandweit um 1,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In den Städten mit weniger als 100.000 Einwohnern ging die Nachfrage sogar um fast zwei Prozent zurück“, erklärt VDV-Präsident Jürgen Fenske. Das stellt die betroffenen Verkehrsunternehmen vor zunehmende Probleme, auch zukünftig in allen Regionen und kleinen Städten ein adäquates ÖPNV-Angebot zu gewährleisten. „Auf der einen Seite muss aus Gründen der Daseinsvorsorge ein Grundangebot an Nahverkehrsleitung vorhanden sein. Andererseits wird es vielerorts für die Unternehmen wirtschaftlich immer schwieriger, eine regelmäßige Bedienung aufrechtzuerhalten. Denn die Kosten für Fahrzeuge, Personal und für die Instandhaltung der Haltestellen sind fix, während die Nachfrage vor allem durch die schwindenden Schülerzahlen deutlich zurückgeht“, erklärt Fenske weiter. Der VDV wird eine Task Force einrichten, die zum Herbst dieses Jahres Vorschläge zur Lösung der Finanzierungsfragen und zu den zunehmenden Verteilungskonflikten in den Verkehrsverbünden erarbeiten sollen und fordert die Politik zum Handeln auf. Quelle: VDV
Tags: Demographischer Wandel, Nahverkehr, ÖPNV, VDV
admin 30. März 2012
Nürnberg wird für Rotterdam ein wichtiger Umschlagpunkt im Hinterland: Künftig verknüpft eine neue Schienenverbindung den bayernhafen Nürnberg direkt mit Europas umschlagstärkstem Seehafen. Das neue Transportangebot wurde von den Partnern TX Logistik AG (TXL) und European Gateway Services (EGS), der Logistiktochter des Rotterdamer Terminal-betreibers ECT, entwickelt. In beiden Richtungen verkehrt künftig jeweils dreimal pro Woche ein „Kombiverkehrszug“, welcher zwischen den beiden Wirtschaftszentren, laut Dirk Steffes (Vorstand TX Logistik), Container und Wechselbrücken um rund 40 Prozent günstiger transportiert als Lastkraftwagen. Die neue Relation wird die modernen Mehrsystemlokomotiven mit einer Fahrzeit nach 15 Stunden, vom TriCon Container-Terminal in Nürnberg über Würzburg, Kassel und Emmerich (Betuwe Line), direkt nach Rotterdam führen. Der bayernhafen Nürnberg, sowie der Rotterdamer Seehafen sehen in der 870 Kilometer langen KV- Verbindung einen großen Profit. Und nicht zuletzt wird auch die Umwelt profitieren. Norbert Rekers (Geschäftsbereichsleiter Intermodal TX Logistik): „Bei drei Rundläufen pro Woche können im Jahr rund 14.000 Tonnen CO2 gegenüber dem Transport per Lkw eingespart werden.“ Quelle: TX Logistik AG
Tags: European Gateway Services, Kombiverkehrszug, KV-Verbindung, Mehrsystemlokomotive, Nürnberg, Rotterdam, TX Logistik AG
admin 28. März 2012
EU-Verkehrskommissar Siim Kallas hat im Verkehrsausschuss des EU Parlaments angekündigt, seine Haltung zum grenzüberschreitenden Einsatz von Riesen-Lkw zu überdenken.
Zu Beginn der Debatte berichtete Kallas, dass er die Entscheidung über den grenzüberschreitenden Verkehr von Gigalinern künftig den EU-Mitgliedsstaaten überlassen wolle. Nach einer lebhaften Diskussion, in der zahlreiche Abgeordnete dem Kommissar vorwarfen, mit seiner Uminterpretation des geltenden EU-Rechts das Parlament umgehen zu wollen, räumte Kallas ein, dass er die Brisanz des Themas unterschätzt hätte. “Ich habe nicht gedacht, dass dieses Thema so sensibel ist” (“I did not realize that the issue was that sensitive”), sagte Kallas und fügte hinzu, “Ich werde das nochmal überdenken” („I will think it over again”).
Die EU-Richtlinie 96/53/EG, die Länge und Gewicht von Lkw europaweit regelt, untersagt grenzüberschreitende Fahrten mit überlangen und überschweren Lkw. Während der Verkehrsausschusssitzung stellte ein Vertreter des Rechtsdienstes im EU Parlament ein neues Gutachten vor, das dies bestätigt. Zuvor war bereits der wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages zu derselben Einschätzung gekommen.
Michael Cramer, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen/EFA im Europäischen Parlament erklärt dazu:
“Ich begrüße es sehr, dass Kommissar Kallas einsieht, dass ‘es ein Fehler ist, dass keine politische Debatte geführt wurde’ (Kallas: ‘It is a mistake”) und auf Nachfrage des Ausschussvorsitzenden Brian Simpson zusicherte, vor jedem weiteren Schritt erneut den Ausschuss einzubeziehen. Der von Kallas geforderten politischen Debatte über den (Un)Sinn von Gigalinern werden wir uns gerne stellen, denn eine Ausweitung der Fahrten von extrem langen und schweren LKW widerspricht den von der Kommission im Weißbuch Verkehr formulierten Zielen einer Verlagerung auf umweltfreundliche Verkehrsträger. So belegt zum Beispiel eine Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI), dass es zu einer Verlagerung von bis zu 35% des Einzelwagenverkehrs und bis zu 13% des kombinierten Verkehrs von der Schiene auf die Straße käme.“ Quellen: www.nomegatrucks.eu, Die Grünen/EFA
Tags: EU Parlament, EU-Mitgliedstaaten, Gigaliner
admin 28. März 2012
Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) und die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di besetzen die fünf Arbeitnehmersitze im Aufsichtsrat von Veolia Verkehr. Das ist das Ergebnis der Wahlen zum Kontrollgremium. Rund 4.000 Beschäftige waren aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Quelle: EVG
admin 28. März 2012
Die ersten von Höft & Wessel neu entwickelten Kontrollgeräte für E-Tickets wurden jetzt an die Dänische Staatsbahn (DSB) übergeben. In Zeiten von E-Ticketing wird damit die mechanische Schaffnerzange durch eine elektronische ersetzt, die RFID-Tags, Schrift (OCR) und 2-D-Barcodes erkennen und lesen kann. 1.400 mobile Lesegeräte der neuen Modellreihe mit dem Produktnamen almex.motive sollen in einem ersten Schritt von Höft & Wessel an die DSB ausgeliefert und dann von den Zugbegleitern ab Anfang 2013 genutzt werden. Die Lieferung des Readers steht im Zusammenhang mit der Einführung des E-Tickets “Rejsekort” in Dänemark: Die Karte soll sowohl als personalisierte Smartcard als auch in Form einer anonymisierten Aufladekarte erhältlich sein. Mit dem neuen almex.motive sollen zukünftig diese Karten an Bord des Zuges überprüft werden.
Eine Besonderheit des almex.motive ist die Möglichkeit, über Bluetooth eine gesicherte drahtlose Verbindung mit einem konventionellen Handheld als Hostrechner herstellen zu können. Damit stellt die Neuentwicklung von Höft & Wessel eine Weltneuheit dar, die nun im hohen Norden erstmals zum Einsatz kommt. Quelle: Höft & Wessel
Tags: Dänische Staatsbahn, DSB, E-Tickets, Höft & Wessel, Neuentwicklung
admin 28. März 2012
Die Düsseldorfer Rheinbahn begegnet dem Fachkräftemangel und baut die akademische Ausbildung im Unternehmen aus: Ab Sommersemester 2012 bietet sie zusammen mit der Hochschule Bochum eine Kooperative Ingenieurausbildung (KIA) zum Bachelor of Engineering an. Das duale Studium umfasst neun Semester und verbindet eine Ausbildung zum Mechatroniker mit einem Hochschulstudium im Bereich Maschinenbau oder Elektrotechnik. Das neue Studienangebot ist ein Baustein in der breit angelegten Strategie der Rheinbahn zur Qualifizierung junger Fach- und Führungskräfte. Diese setzt insgesamt auf hochwertige Ausbildungsangebote, die auch über den aktuellen Bedarf des Unternehmens hinausgehen, und zudem auf die gezielte Integration von Mitarbeitern ausländischer Herkunft.
Tags: akademische Ausbildung, duales Studium, Fachkräftemangel, Rheinbahn
admin 28. März 2012
Die Direktverbindung zwischen Frankfurt (Main) und Marseille wurde von der DB und der französischen Bahn SNCF in Betrieb genommen. Über die neue Schnellfahrstrecke „Rhein-Rhône“ verkürzen sich die Reisezeiten zwischen Südwestdeutschland und Südfrankreich damit um bis zu 90 Minuten. Die Direktverbindung zwischen Frankfurt und Marseille führt über Mannheim, Karlsruhe, Baden-Baden, Straßburg, Mülhausen, Lyon, Avignon und Aix-en-Provence. Zum Einsatz kommt der neue Doppelstockzug TGV Euroduplex. Er erreicht auf der täglichen Hin- und Rückfahrt Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 320 km/h.
Der deutsche Bahnchef Dr. Rüdiger Grube und Barbara Dalibard, Vorstandsmitglied der französischen Bahn SNCF, sind sich einig: Die Verbindung Frankfurt-Marseille ist ein neuer Meilenstein auf der erfolgreichen deutsch-französische Zusammenarbeit und dem grenzüberschreitenden Bahnverkehr. Quelle: Deutsche Bahn AG
Tags: Barbara Dalibard, Deutsche Bahn, Direktverbindung Deutschland-Frankreich, Dr. Rüdiger Grube, SNCF
admin 28. März 2012
Die Bahnstrompreise werden von DB Energie um durchschnittlich vier Prozent gesenkt und gelten rückwirkend ab 01. Januar 2012. Der Grundpreis pro Kilowattstunde im Hochtarif beträgt künftig 12,50 statt 13,75 Cent und sinkt damit um mehr als neun Prozent. Im Niedrigtarif kostet die Kilowattstunde 10,60 statt bisher 10,70 Cent. Damit entfällt eine von bisher drei tageszeitlich bedingten Tarifstufen, der Preisunterschied zwischen den beiden verbleibenden Stufen reduziert sich auf 1,9 Cent. Die geringere Differenz zwischen den Preisstufen entspricht der aktuellen Entwicklung auf dem Energiemarkt. Außerdem erhöhen sich die Vergütungen für Strom, der beim Bremsvorgang in die Oberleitung zurückgespeist wird, um durchschnittlich mehr als 20 Prozent. Da die neuen Preise rückwirkend ab Beginn dieses Jahres gelten, wird der seitdem bezogene Strom entsprechend angepasst.
„Mit den neuen Preisen für die Bahnstromversorgung ergibt sich für die Eisenbahnverkehrsunternehmen eine deutliche Kostenentlastung. Wir geben die durchschnittliche Netzentgeltreduktion sowie die erhöhte Rückspeisevergütung aus dem Netzentgeltverfahren vollumfänglich an die Eisenbahnverkehrsunternehmen weiter. Gleichzeitig geben wir den Preisvorteil aus günstigerem Einkauf an unsere Kunden weiter und gleichen somit eine Verschiebung von Netzkosten zu Energiekosten durch die Bundesnetzagentur aus“, sagt Dr. Hans-Jürgen Witschke, Vorsitzender der Geschäftsführung der DB Energie. Abgestimmt mit der Bundesnetzagentur als Aufsichtsbehörde wird die DB Energie nun ein Marktzugangsmodell entwickeln, das die Rahmenbedingungen für Netzzugang, Einspeisung und Abrechnung von durch geleitetem Strom regelt. Bei der Entwicklung des Marktzugangsmodells will die DB Energie die Wünsche, Vorschläge und Bewertungen ihrer Kunden und der Marktteilnehmer einfließen lassen. Ab 2013 soll das Strompreismodell aus Energie und Netznutzung ohne das heutige Rabattsystem vorhanden sein. Quelle: Deutsche Bahn AG
Tags: DB Energie, Deutsche Bahn AG, Dr. Hans- Jürgen Witschke, Strompreise, Strompreismodell
admin 27. März 2012
Heute wurde die endgültige Fassung des Investitionsrahmenplans 2011 – 2015 für die Verkehrsinfrastruktur des Bundes (IRP) von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer bekanntgegeben. Ramsauer sagte zur endgültigen Fassung “Es ist bei den Ländern auf große Zustimmung gestoßen, dass der Bund in den kommenden Jahren verstärkt in den Erhalt der bestehenden Verkehrsinfrastruktur investieren wird. Zudem begrüßen die Länder, dass wir klare Prioritäten setzen und die Planung der Aus- und Neubaumaßnahmen am Bedarf sowie den zur Verfügung stehenden Haushaltsmitteln ausrichten.” Das Projektvolumen der Aus- und Neubaumaßnahmen, die im Zeitraum 2011 – 2015 begonnen, fortgeführt oder fertig gestellt werden, beträgt 41,5 Milliarden Euro. Im Vorgängerplan waren noch Projekte mit einem Volumen von rund 57 Milliarden aufgeführt – trotz deutlich niedrigerer zur Verfügung stehender Haushaltsmittel.
“Unser Investitionsrahmenplan orientiert sich am Machbaren. Er ist dadurch ehrlich und transparent. Es wird aber auch deutlich, dasswir es mit einer strukturellen Unterfinanzierung im Bereich der Verkehrsinfrastruktur zu tun haben. Das haben auch die Länder in ihren Stellungnahmen klar gemacht. Für den Bund gilt: Ich werde mich weiter dafür einsetzen, dass mehr Geld für Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur zur Verfügung steht“, fügte Ramsauer hinzu. Quelle: Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung
Tags: Bundesverkehrsministerium, IRP, Peter Ramsauer
admin 27. März 2012
Nicht mehr auf Schotter, sondern auf der Festen Fahrbahn sind die modernen Hochgeschwindigkeitszüge unterwegs. Im Auftrag von Max Bögl lieferte DB Schenker Rail 6.000 Tonnen Gleistragplatten nach Bologna. Mit seinen 20 Gleisen zählt der im Jahre 1864 errichtete Hauptbahnhof Bolognas zu den größten Durchgangsbahnhöfen Europas. Als Bindeglied der Strecken nach Florenz, Verona und Mailand erfüllt „Bologna Centrale“ für Italien wichtige Knotenfunktionen. Doch für die modernen Hochgeschwindigkeitszüge ist er nur noch bedingt geeignet. Parallel zum Ausbau der Schnellstrecke Mailand–Bologna–Neapel erhält die Stadt daher einen neuen, unterirdischen Bahnhof ausschließlich für die Hochgeschwindigkeitszüge. Die dafür vorgesehene Fahrbahn, die auf einer Strecke von 440 Metern im Bereich des Bahnhofs unterirdisch verlegt wird, stammt aus Deutschland, aus Neumarkt in der Oberpfalz, von dem Bauunternehmen Max Bögl Bauunternehmung GmbH & Co. KG.
In sechs Ganzzügen hat DB Schenker Rail 6.000 Tonnen „Feste Fahrbahn“ von September bis kurz vor Weihnachten nach Bologna transportiert. Die Feste Fahrbahn ist ein innovativer Fahrweg, der nicht mit Schotter und Schwellen, sondern mit vorgefertigten Gleistragplatten aus Beton ausgeführt wird. Dadurch ist der Instandhaltungsaufwand geringer, und es wird ein hohes Maß an Sicherheit und Reisekomfort bei minimalem Verschleiß an den Fahrzeugen erreicht. Quelle: DB Schenker Rail
Tags: Bahngleise, Bauunternehmen Max Bögl, Betonbahngleise, DB Schenker Rail, Hauptbahnhof Bolongna, Hochgeschwindigkeitszüge