Monatsarchiv für März 2011

Schwarze Zahlen bei der Deutschen Bahn

31. März 2011

Die Deutsche Bahn (DB) hat nach eigenen Angaben die Wirtschafts- und Finanzkrise gestärkt überwunden. Wie sie am 31. März mitgeteile, stiegen Umsatz und Gewinn im Jahr 2010 zweistellig. Das Unternehmen habe mehr investiert, die Reisendenzahlen seien gestiegen, ebenso Güterverkehr und Betriebsleistung auf dem Netz der DB, das auch andere Unternehmen befahren.

Die Zahlen im Einzelnen:

1)    Trotz „weiter bestehender Fahrzeugprobleme“ beförderte die DB 1,95 Milliarden Fahrgäste. Das sind 42 Millionen mehr  als im Vorjahr und ebenfalls mehr als im – nach Konzernangaben – Rekordjahr 2008. Im Fernverkehr betrug der Zuwachs 2,4 Prozent, im Regionalverkehr 2,2 Prozent.

2)    Die DB erwirtschaftete einen Umsatz von 34,4 Milliarden Euro. Das sind 17,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Netto-Investitionen nahmen um 14,3 Prozent zu.

3)    Die Nettoverschuldung nahm um rund eine Milliarden Euro ab, stieg allerdings durch den Kauf der Arriva (das Privatbahn-Magazin berichtete).

4)    Im Geschäftsfeld Schenker Rail sei das Leistungsvolumen kräftig angestiegen, so die Deutsche Bahn: 12,6 Prozent Zuwachs führen zu einer Summe von 105,8 Milliarden bei den Tonnenkilometern.

5)    Die Menge der beförderten Güter wuchs um 21,8 Prozent auf 415,4 Millionen Tonnen. Ähnlich positiv klingen die Zahlen im Geschäftsfeld Schenker Logistics.

6)    Erfreulich sind die Ergebnisse  auch bei der Infrastruktur: Die konjunkturelle Erholung habe wieder für mehr Verkehr auf dem Schienennetz gesorgt. Nach ihren Informationen erhöhte sich die Betriebsleistung auf dem Netz um 3,1 Prozent auf 31 Millionen Trassenkilometer. Der Anteil externer Bahnen betrage rund 19 Prozent (14,6 Prozent mehr). Die Stationshalte seien um 0,3 Prozent gestiegen.

DB-Chef Rüdiger Grube wird mit dem Satz zitiert, es sei Ziel des Unternehmens, zu einer noch kundenfreundlicheren Bahn zu werden. (fbt).

Wechsel an der Spitze

31. März 2011

Seit dem 23. März ist Hartmut Gasser (69) nach zehn Jahren nicht mehr Vorstandsvorsitzender von „Netzwerk Privatbahnen – Vereinigung Europäischer Eisenbahngüterverkehrsunternehmen e.V.“. Nachfolger ist Torsten Sewerin (40), geschäftsführender Gesellschafter der NBE Rail GmbH. Hartmut Gasser wurde bei seiner Verabschiedung zum Ehrenvorsitzenden auf Lebenszeit gewählt und wird dem Verband auch künftig zur Seite stehen.

135 Prozent Preissteigerung

31. März 2011

Mit dem Hamburg-Köln-Express fordert erstmals ein privates Unternehmen, die Deutsche Bahn (DB) im Fernverkehr heraus. Fünf Monate vor dem Marktstart sieht sich jedoch der Fernzugbetreiber Hamburg-Köln-Express (HKX) durch drastische Preiserhöhungen des Schienennetzbetreibers DB diskriminiert: Die Preise, die HKX für den Halt an Bahnhöfen der Bahn-Tochter DB Station&Service zahlen soll, wurden kürzlich um 135 Prozent angehoben. „Es ist nicht akzeptabel, von einem Monopolisten eine solche Preissteigerung aufgebrummt zu bekommen“, meint HKX-Chef Derek Ladewig gegenüber der „Financial Times Deutschland“. Ein Sprecher der Bundesnetzagentur berichtet, eine Diskriminierungsbeschwerde von HKX werde zurzeit geprüft. Er kündigte eine Entscheidung bis Ende April an.

Lokführer streiken wieder

31. März 2011

Der Arbeitskampf der Lokführer im Tarifstreit mit den Bahn-Konkurrenten geht weiter. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) kündigte am Mittwoch (30. März) neue, deutlich längere Streiks an. Betroffen sollen nach Gewerkschaftsangaben insgesamt 22 Unternehmen sein, auch der Güterverkehr der Osthannoverschen Eisenbahn.

Die Aktion soll um 3 Uhr in der Nacht zu Donnerstag beginnen und 47 Stunden dauern. Die Züge sollen nach dem Willen der GDL erst am Samstag, 2. April ab 2 Uhr wieder rollen. Grund sei die anhaltende Weigerung der privaten Verkehrsunternehmen Abellio, Arriva, Benex, Keolis, Veolia und Hessische Landesbahn, die Verhandlungen über einen einheitlichen Tarifvertrag für alle 26.000 Lokführer bundesweit wieder aufzunehmen.

„Diese Halsstarrigkeit kann keiner mehr verstehen. Die Arbeitgeber wollen den Tarifkonflikt tatsächlich auf dem Rücken der Kunden aussitzen“, sagt GDL-Chef Claus Weselsky. Die Streiks vom vergangenen Montag, als deutschlandweit rund drei Viertel der Privatbahnen stillstanden, hätten offenbar ihre Wirkung verfehlt. Dabei fordere die GDL „nichts Unmögliches: inhaltsgleiche Rahmentarifverträge für Lokomotivführer mit einem einheitlichen Monatstabellenentgelt auf dem Niveau des Marktführers Deutsche Bahn und den vier Zulagen für Sonn-, Feiertag, Nachtdienst und Fahrentschädigung“.

Der Fahrgastverband Pro Bahn äußerte unterdessen Verständnis für den Streik. Eckhard Ritter (Brake), Vorsitzender im Oldenburger Land: „Gut, dass der Streik diesmal auf die Privatbahnen beschränkt ist und nicht auch die in diesem Punkt vorbildliche Deutsche Bahn bestreikt wird.“

Benex-Sprecher Christoph Kreienbaum meint, die Gemengelage sei schwierig. Die GDL müsse aber akzeptieren, dass sie keinen Alleinvertretungsanspruch für Lokführer habe. Unterdessen bröckelt auch schon die Front der Bahn-Wettberwerber: Der Regionalzugbetreiber Keolis, eine Tochter der französischen Staatsbahn SNCF, will sich einem Bericht der „Financial Times Deutschland“ zufolge offenbar dem Druck der GDL beugen. In einer der Zeitung vorliegenden E-Mail von Keolis-Chef Hans Leister heißt es, er werde „der GDL nunmehr sofort konkrete Verhandlungen anbieten, unabhängig vom Verhalten anderer Bahnen“.

Streik in Italien

30. März 2011

Gemäß einer Mitteilung des italienischen Bahn-Infrastrukturbetreibers Rete Ferroviaria Italiana (RFI) haben mehrere italienische Eisenbahnergewerkschaften für Donnerstag, 31. März, ab 21 Uhr zu einem 24-stündigen, landesweiten Streik aufgerufen. Nach den derzeitigen Infos ist davon auszugehen, dass der Streik durchgeführt wird und sich voraussichtlich ein Großteil des italienischen Eisenbahnpersonals von RFI (Netz) und TI (Cargo) daran beteiligen. Im Güterverkehr von, nach und in Italien ist in diesem Zeitraum mit Beförderungsverzögerungen und Zugausfällen zu rechnen.

In eineinhalb Tagen mit dem ICE nach Peking

30. März 2011

Bulgarien, Türkei und China arbeiten am Projekt einer für 320 km/h ausgelegten Hochgeschwindigkeitsstrecke von Peking nach Europa. Noch klingt der Plan wie Zukunftsmusik, doch die Chinesen meinen es mit der transkontinentalen Schnellstrecke Ernst. Finanziert werden soll die längste Schnellstrecke der Welt ausschließlich von China. Theoretisch könnte man dann in Berlin in den ICE einsteigen und je nach Trassenführung und 11.000 Kilometer Bahnfahrt in Peking ankommen. Die Reise würde bei einem durchschnittlichen Tempo von 280 km/h rund 40 Stunden dauern. Zurzeit brauchen Reisende mit dem Zug sieben Tage.

Drei Trassenverläufe sind möglich:

1. Peking – Xi’an – Chengdu – Kunming – Delhi – Kabul – Teheran – Istanbul – Sofia – Wien durch den Nahen Osten, Pakistan und Indien. Von dieser Hauptstrecke würden Zweiglinien nach Hanoi und Ho Chi Minh City, Bangkok, Kuala Lumpur und Singapur abzweigen. Diese Strecke ist die kürzeste der drei Routen. Problematisch sind aber das gebirgige Gelände und die politischen Probleme zentralasiatischer Länder untereinander.

2. Die mittlere Route würde von Peking nach Berlin oder Wien führen. Die Routenführung. Peking – Zhengzhou – Xi’an  – Ürümqi – Aral’sk – Astrakhan – Volgograd – Kiew – Lemberg – Berlin. Diese Strecke führt zu einem großen Teil durch flache Steppe, ist also einfach und schnell zu bauen. Der Zugang nach China erfolgt bei dieser Variante durch die Tien Shan und Altai Gebirge erfolgen.

3. Die nördliche Trasse würde von Peking über Ulan Bator und Astana nach Moskau und Warschau nach Berlin führen.  

Die größten Hindernisse einer Eisenbahnverbindung zwischen China und Europa sind hierbei keine technischen, sondern politische. Eine Route durch Kasachstan und Russland scheint politisch weniger heikel zu sein, tangiert aber den Iran.

Vorläufiger Baustopp für „Stuttgart 21“

29. März 2011

Die Deutsche Bahn (DB) hat einen Baustopp für das Bauprojekt „Stuttgart 21“ erlassen. „Bis zur Konstituierung der neuen Landesregierung wird die DB beim Bahnprojekt Stuttgart 21 keine neuen Fakten schaffen – weder in baulicher Hinsicht noch bezüglich der Vergabe von Aufträgen“, sagt Bahn-Vorstand Volker Kefer. Voraussichtlich im Mai werde der Konzern „unmittelbar mit den dann Verantwortlichen offiziell das Gespräch suchen“.

Kefer kündigte zugleich die Bereitschaft des Konzerns zu einer konstruktiven Zusammenarbeit mit der geplanten grün-roten Regierung unter dem designierten Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne) an. Der Bahn-Vorstand hob allerdings hervor, dass die DB von der uneingeschränkten Gültigkeit der zu dem Projekt geschlossenen Verträge ausgehe.

Die Grünen lehnen das Bahnhofsprojekt ab und setzen als Alternative auf eine Modernisierung des bestehenden Kopfbahnhofs. Die SPD befürwortet mehrheitlich „Stuttgart 21“, will das Vorhaben aber nicht gegen den Willen der Bevölkerungsmehrheit durchsetzen. Laut SPD-Spitzenkandidat Nils Schmid soll eine Volksabstimmung über das Projekt erwirkt werden. „Dazu wäre es hilfreich, wenn in der Zwischenzeit keine neuen Fakten geschaffen werden.“

Mit der Bau-Pause beim Bahnprojekt hoffen die Aktivisten auf ihren endgültigen Erfolg. Nun müsse noch einmal „grundsätzlich über das Projekt nachgedacht werden“, sagt der Sprecher des Aktionsbündnisses gegen Stuttgart 21, Hannes Rockenbauch. Der von der Bahn verkündeten vorläufigen Bau- und Vergabestopp, sei „erst mal ein Erfolg“. Zugleich betont Rockenbauch, die Forderung nach einem „grundsätzlichen Baustopp“ bleibe bestehen.

Der Grünen-Verkehrsexperte Werner Wölfle (Abgeordneter im Landtag von Baden-Württemberg) meint, die Botschaft des Wählers sei offenbar bei der Bahn angekommen. Er bezeichnete es als eine „Geste gegenüber dem Wählerwillen“, dass die Bahn nun bis zur Wahl eines neuen Ministerpräsidenten keine weiteren Fakten bei Stuttgart 21 schaffen werde. Zugleich forderte Wölfle, den Bau- und Vergabestopp zu verlängern, bis der Stresstest durchgeführt sei und Klarheit über mögliche Nachbesserungen und Mehrkosten bei dem Bahnprojekt bestehe. Diese Linie hatten Grüne und SPD gemeinsam nach ihrem Wahlsieg vertreten.

Gewerkschaft fordert mehr Sicherheit im SPNV

29. März 2011

Unbewachte, einsame Haltepunkte und Züge, in denen der Triebfahrzeugführer im Führerstand sitzt, ohne zu sehen, was in seinen Abteilen passiert – hier und dort kann schon mal die Angst im Zug mitfahren. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hat sich des Problems angenommen und veranstaltete kürzlich auf einer Reihe bundesdeutscher Bahnhöfe einen Aktionstag. Sicherheit, hieß es in einer vorab verbreiteten Meldung, ließe sich nur durch mehr Kundenbetreuer in den Zügen erreichen; dies bedeute zugleich besseren Service. Zwar seien, so die Gewerkschaft, die Übergriffe auf Bahnbeschäftigte im Jahr 2010 zurückgegangen; man dürfe aber mit den Anstrengungen „nicht nachlassen“. Die Bundespolizei bestätigte gegenüber dem Privatbahn-Magazin den Rückgang solcher Delikte. Laut Sprecher Jens Schobranski wurden im Jahr 2010 noch 699 Taten aufgenommen. Im Jahr 2009 waren es 836, 2008 immerhin 865 Fälle von Körperverletzungen gegen DB-Angehörige.

EVG-Sprecher Oliver Kaufhold sagte, es gebe nachts, an Wochenenden, zu Fußballspielen und Volksfesten „gewisse Schwerpunkte“. Zugbegleiter könnten deeskalierend wirken, müssten aber geschult werden. Solche Deeskalationstraings gebe es bei der Deutschen Bahn (DB), sie würden aber vom örtlichen Management „nicht so abgerufen“. Kaufhold zufolge wäre es sinnvoll, solche Kurse verpflichtend zu machen. Die Bundespolizei teilte dazu mit, die Schulungen würden durch die Mitarbeiter der DB ausgesprochen positiv bewertet. Sie seien eine geeignete Vorbereitung auf Konfliktsituationen; außerdem habe sich die Handlungssicherheit „in gefährlichen Situationen aufgrund der Schulungen erheblich erhöht“.

Oliver Kaufhold zufolge ist im letzten Jahr eine Vereinbarung mit der DB unter dem Titel „Sicher unterwegs“ unterzeichnet worden – die EVG wünscht sich, diese noch hieb- und stichfester zu machen. Bei den Privatbahnen sieht es nach seinen Angaben anders aus, hier müsse „externes Wissen“ herangeholt werden; Kostenüberlegungen spielen ebenfalls eine Rolle. „Es wäre schön, wenn es nicht dem Zufall überlassen wäre“. Es gibt auch SPNV-Unternehmen, die Videoüberwachung einsetzen. Dies sei ein „Instrument, mit dem man arbeiten kann, technisches Equipment könne aber „Eingreifen nicht ersetzen“.

Die Bundespolizei ergänzte ihre Auskünfte mit Zahlen, die Körperverletzungsdelikte der Reisenden untereinander beschreiben. Zwar könnten die Jahre 2009 und 2010 nicht direkt miteinander verglichen werden, da Erfassungsregeln geändert wurden; ab 2010 seien Vergleiche aber wieder möglich. Die Zahlen steigen:

-          2009: rund 9780 Fälle von Körperverletzungen,

-          2010: etwa 11.100 Straftaten dieser Art.

„Räumliche Schwerpunkte“ seien Berlin, Hamburg, Hannover, Düsseldorf, Dortmund, Köln, Frankfurt/Main, München und Stuttgart. (fbt)

Land soll zu viel gezahltes Geld zurückverlangen

29. März 2011

Der verkehrspolitische Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Brandenburger Landtag, Michael Jungclaus, hat die Landesregierung aufgefordert, an die Deutsche Bahn (DB) zu viel gezahltes Geld für die Bestellung des Regionalverkehrs in Brandenburg unverzüglich zurückzufordern. Zu der Überkompensation der Bahnleistungen im Zeitraum 2002 bis 2012 läuft derzeit ein Beihilfeverfahren der EU-Kommission. Nach Medienberichten  beläuft sich die jährlich von Brandenburg als Besteller des Regionalverkehrs zu viel gezahlte Summe auf 80 Millionen Euro – bei einem Gesamtvolumen von rund 300 Millionen Euro (Zahlen der EU-Kommission zufolge). „Über die gesamte Laufzeit des Verkehrsvertrages ist dem Land demnach ein Schaden von 800 Millionen Euro entstanden“, sagt Jungclaus. Es gehe nicht an, dass der Bund an die Länder ausgegebene Regionalisierungsmittel durch überhöhte Zahlungen an das Staatsunternehmen Bahn wieder einstreicht.

Die Vergütung der DB habe der frühere brandenburgische SPD-Verkehrsminister Hartmut Meyer zu verantworten, unter dem die Leistungen ohne Ausschreibung direkt an die DB vergeben worden waren, kritisiert Jungclaus. „Nun muss das Land alles dafür tun, zu viel gezahlte Mittel zurückzuverlangen. Die Rückzahlung muss in die Verbesserungen des Regionalverkehrs fließen.“ Zwar müsse formell die Entscheidung der EU in dem Beihilfeverfahren abgewartet werden. „Auf seinen Anspruch auf das Geld sollte Brandenburg aber jetzt schon nachdrücklich pochen.“

Rund drei Viertel der Verbindungen im Nahverkehr fielen aus

29. März 2011

Durch den Streik der Lokführer fielen nach Angaben der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) am Montag (28. März) in ganz Deutschland rund drei Viertel der Verbindungen im Nahverkehr aus. „Wir sind mit der Streikbeteiligung sehr zufrieden“, urteilt GDL-Chef Claus Weselsky. Von den Arbeitsniederlegungen betroffen waren die Verkehrsgesellschaften Abellio, Arriva, Benex, Keolis, Veolia und Hessische Landesbahn. Die GDL will mit der Aktion den Druck auf die DB-Konkurrenten im Streit um eine einheitliche Bezahlung aller 26.000 Lokführer in Deutschland erhöhen.

Die sechs Privatbahnen (G6) hatten ihr gemeinsames Verhandlungsmandat nach Monaten ohne Vorankommen aufgegeben. Die Gewerkschaft muss ihre Forderungen nun mit jedem Unternehmen einzeln besprechen. Die GDL akzeptiere nicht, dass die Einzelunternehmen „keine verhandelbaren Angebote“ vorlegen, sagt Weselsky, „die immer stärkere Streikbeteiligung unserer Mitglieder zeigt, dass Wettbewerb über die Lohnkosten nicht länger auf dem Rücken der Lokomotivführer ausgetragen werden kann.“ Darüber hinaus sei die soziale Absicherung bei ständigen Betreiberwechseln „ein absolutes Muss, um das Spiel mit der Angst um den Arbeitsplatz“ zu beenden. Wer glaube, das „Thema aussitzen zu können, hat nicht mit der Entschlossenheit der Lokomotivführer in den Privatbahnen gerechnet“.

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