Monatsarchiv für November 2010

VRR: Inhouse-Vergabe an Regiobahn

30. November 2010

Die Verkehrsverbund Rhein-Ruhr AöR plant eine erste Inhouse-Vergabe im SPNV und hat hierzu bereits einen Vertrag mit der Regiobahn Fahrbetriebsgesellschaft mbH geschlossen. Das Unternehmen ist eine 2005 gegründete Tochtergesellschaft der Regionalen Bahngesellschaft Kaarst+Neuss-Düsseldorf-Erkrath-Mettmann mbH (Regiobahn). An der Regiobahn sind direkt oder indirekt die Anliegerkommunen Stadt Düsseldorf, Stadt Neuss, Stadt Wuppertal, Stadt Kaarst sowie Kreis Mettmann und Rhein-Kreis Neuss beteiligt. Seit  der Betriebsaufnahme im Jahr 1999 führt die Rheinisch-Bergische Eisenbahn (RBE) den Betrieb im Auftrag der Regiobahn, inwischen ist die RBE eine Marke der Veolia Verkehr Rheinland Gmbh (Aachen).

Als aufschiebende Bedingung neben der Einhaltung der Fristen sieht der Vertrag die Erfüllung der Voraussetzungen für eine Inhouse-Vergabe nach EU VO 1370/07 vor, wozu folgende Maßnahmen eingeleitet werden:

  • Eine etwaige Beteiligung privater Unternehmen oder Personen an der Regiobahn wird ausgeschlossen
  • VRR erhält einen Sitz im Aufsichtsrat der Regiobahn
  • Regiobahn richtet einen Inhouse-Ausschuß ein (VRR erhält dort einen Sitz und Vetorecht in allen Fragen des Verkehrsvertrages)
  • VRR entsendet einen Geschäftsführer
  • Regiobahn beschränkt sich auf SPNV-Leistungen für und im Gebiet des VRR (PM ÖPNV Wettbewerb)

Ist Keolis nicht mehr an Arriva interessiert?

29. November 2010

Die SNCF-Tochter Keolis ist nach Meldungen der „Süddeutschen Zeitung“ aus dem Bieterrennen um die Deutschlandgeschäfte Arrivas ausgestiegen. Urächlich sei, dass das Unternehmen keinen Einblick in die Bücher erhalten habe und es dadurch keine ausreichende Transparenz beim Verkaufsprozess gäbe. Heute läuft die Bieterfrist aus.

Bahngüterverkehr steigt in den ersten drei Quartalen 2010 um 16,7 Bahngüterverkehr steigt in den ersten drei Quartalen 2010 um 16,7 Prozent

29. November 2010

Auf dem deutschen Schienennetz transportierten Güterzüge von Januar bis September 2010 insgesamt 264,2 Millionen Tonnen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, waren das 16,7 Prozent mehr als in den ersten neun Monaten 2009. Damals gab es durch die Finanz- und Wirtschaftskrise einen Tonnage-Einbruch von 20,3 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum auf 226,4 Millionen Tonnen. Der bisherige Höchststand der ersten drei Quartale im Jahr 2008 von 284,1 Millionen Tonnen konnte mit dem aktuellen Zuwachs noch nicht wieder erreicht werden.

Deutsche Bahn regelt den Umgang mit Beschäftigtendaten grundlegend neu

26. November 2010

Die Deutsche Bahn hat den Umgang mit Beschäftigtendaten im Unternehmen grundlegend neu geregelt. Zwischen der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite wurde nach intensiven Verhandlungen eine Konzernbetriebsvereinbarung zum Beschäftigtendatenschutz unterzeichnet. Ziel dieser Vereinbarung ist, einen rechtskonformen, sicheren und nachhaltigen Beschäftigtendatenschutz im gesamten DB-Konzern zu gewährleisten. „Mit dieser Vereinbarung schützen wir die Persönlichkeitsrechte der Beschäftigten umfassend, definieren neue Formen der Zusammenarbeit mit der Interessensvertretung in Sachen Datenschutz und schaffen dadurch Handlungssicherheit für die DB. Wir haben in vorbildlicher Vorgehensweise den Datenschutz im DB-Konzern neu verankert“, sagte Gerd Becht, Vorstand Compliance, Datenschutz und Recht. (PM DB)

Frankreich, Österreich und Portugal strukturieren um

26. November 2010

Frankreich, Österreich und Portugal haben jetzt auf das Vertragsverletzungsverfahren der EU-Kommission reagiert und strukturieren Teile ihres Eisenbahnverkehrs um. Frankreich hat der EU-Kommission gemeldet, dass es ab dem 1. Dezember eine unabhängige Eisenbahnregulierungsstelle einrichtet. Außerdem soll der Einfluss des Staats auf die Trassenpreise vollständig gestoppt werden, indem einzig der Infrastrukturbetreiber die Preise festlegt. Portugal und Österreich haben leistungsabhängige Entgeltregelungen eingeführt, um Störungen im Schienennetz auf ein Minimum zu begrenzen. Diese Regelungen setzen Anreize für Infrastrukturbetreiber und Eisenbahnunternehmen, damit Störungen vermieden und Bahninfrastrukturen optimal genutzt werden. Im Juni hatte die EU-Kommission das Verfahren gegen insgesamt 13 Länder eingeleitet, die die Bestimmungen aus dem ersten Eisanbahnpaket mangelhaft umgesetzt hatten.

DB mit neuer Preislogik beim Schleswig-Holstein-Ticket

25. November 2010

Die Deutsche Bahn überträgt die Vorteile für Mitfahrer beim Quer-durchs-Land-Ticket auf die Länder-Tickets. Statt eines Pauschalpreises ist der Preis künftig nach Anzahl der Reisenden gestaffelt. „Es hat sich herausgestellt, dass es unsere Kunden zunehmend als unfair empfinden, wenn ein Ticket für zwei oder drei Personen genauso viel kostet wie für fünf Personen. Mit der neuen Preislogik tragen wir dem Wunsch vieler Kunden Rechnung, dass sich der Umfang der in Anspruch genommenen Leistungen auch im Preis niederschlagen sollte“, so Frank Sennhenn, Vorstand DB Regio.

Ab dem Fahrplanwechsel gilt das neue Preissystem in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Saarland und Rheinland-Pfalz. In Schleswig-Holstein können Einzelreisende schon ab 26 Euro reisen – und bis zu vier weitere Personen für jeweils 3 Euro zusätzlich mitnehmen. Wenn zwei Personen zum Beispiel mit einem Länder-Ticket reisen, dann zahlen sie nicht mehr den Einheitspreis für bis zu fünf, sondern nur noch den für zwei Personen. Neu ist auch die Erweiterung der Familienanerkennung, denn künftig reisen beliebig viele eigene Kinder bzw. Enkel bis einschließlich 14 Jahre kostenfrei schon in Begleitung von nur einem Eltern- oder Großelternteil mit. Die kostenfreie Mitnahme von Kindern gilt für die auf der Fahrkarte eingetragene Person. (PM DB)

Prignitz-Expresses übergangsweise direkt an DB Regio?

25. November 2010

Die eigentlich von den Ländern Brandenburg und Berlin bereits für den Sommer 2010 geplante Ausschreibung der RE-Linie 6 “Prignitz-Express” Berlin – Neuruppin – Wittenberge verzögert sich. Nach einem Bericht der Märkischen Allgemeinen liegt dies an einem noch fehlenden Gutachten zum künftigen Betriebskonzept in der Region. Während sich beide Länder und auch die Mehrheit der Gebietskörperschaften dafür aussprechen, die RE6 künftig bis Berlin-Gesundbrunnen zu führen, will die Stadt Velten eine Anbindung an die Berliner S-Bahn erreichen, wo die Fahrgäste ins Zentrum von Berlin umsteigen müssten. Der RE6 würde dann seinen wenig attraktiven Endpunkt Berlin-Spandau behalten. Das Land Brandenburg erwägt bis zur Klärung dieser Frage eine übergangsweise Direktvergabe an DB Regio. (PM ÖPNV Wettbewerb)

NordWestBahn betreibt RB43 im VRR weitere vier Jahre

24. November 2010

Die NordWestBahn soll für weitere vier Jahre die RegionalBahn-Linie RB43 Dortmund – Dorsten bedienen. Das hat der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) nach einer Ausschreibung (10ANW01) entschieden. Vor der Vertragsunterzeichnung muss die Einspruchsfrist abgewartet werden. Die NordWestBahn bedient die Dieselstrecke bereits seit Ende 2006, der bisherige Vertrag war etappenweise bis Ende 2011 verlängert worden. Der neue Kontrakt läuft dann bis Ende 2015 und umfasst rund 560.000 Zugkilometer pro Jahr. (PM ÖPNV Wettbewerb)

MVV-Geschäftsführer Alexander Freitag ist in das Präsidium des VDV berufen worden

23. November 2010

In seiner Sitzung in Potsdam hat das Präsidium des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) Alexander Freitag als neues Mitglied berufen. Schon bisher hat sich der Geschäftsführer der Münchner Verkehrs- und Tarifverbund GmbH (MVV) Alexander Freitag ehrenamtlich im VDV engagiert. Er ist Mitglied im Verwaltungsrat der Sparte der Verbund- und Aufgabenträgerorganisationen. Von 2007 bis 2009 hat er für die Sparte den Vorsitz im „Fachausschuss Bestellermarkt“ wahrgenommen. Seit 2009 gehört er dem Strategieausschuss an. Zudem ist er im Vorstand der Landesgruppe Bayern. (PM VDV)

Mecklenburg-Vorpommern kündigt Ausschreibung für “Netz Ost-West” an

22. November 2010

Die Verkehrsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern (VMV) hat für das Land Mecklenburg-Vorpommern die Ausschreibung des “Netz Ost-West” angekündigt. Darin sind acht Strecken enthalten, auf denen ab Ende 2014 jährlich rund 5,7 Millionen Zugkilometer zu erbringen sind. Bislang verkehren hier neben DB Regio auch die Ostseeland Verkehr (Veolia/NVS Schwerin) und die Ostdeutsche Eisenbahn (Arriva/BeNEX), deren Strecken damit in die zweite Ausschreibungsrunde gehen.
Für einzelne Bestandteile wie saisonale Verkehre nach Plau am See besteht noch Prüfungsbedarf, zudem könnte die Ausschreibung in den zwei Losen “Güstrow” und “Parchim” erfolgen. Neben Infrastruktur von DB Netze wird auch auf Strecken der Prignitzer Eisenbahn GmbH und der Torsten Meincke Eisenbahn GmbH gefahren. (PM ÖPNV Wettbwerb)

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