Monatsarchiv für Juni 2010

EU-Kommission unternimmt rechtliche Schritte wegen mangelhafter Umsetzung des Eisenbahnpakets

25. Juni 2010

Die Europäische Kommission hat am 24. Juni entschieden, 13 Mitgliedstaaten vor dem Europäischen Gerichtshof zu verklagen, weil sie mehrere Elemente der grundlegenden Rechtsvorschriften des so genannten „ersten Eisenbahnpakets“ zur Marktöffnung im Schienenverkehr nicht richtig umgesetzt haben (geänderte Richtlinie 91/440/EWG und Richtlinie 2001/14/EG). Laut Medienberichten sind n Deutschland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, Österreich, Polen, Portugal, Slowenien, Spanien, Tschechien und Ungarn wichtige Aspekte der Liberalisierung der Eisenbahnmärkte immer noch nicht geklärt. Die Mitgliedstaaten mussten diese Richtlinien bis zum 15. März 2003 umsetzen. Werden diese Maßnahmen zur Öffnung des Schienenverkehrsmarktes nicht durchgeführt, so können die Eisenbahnunternehmen keine Verkehrsdienste in anderen Mitgliedstaaten anbieten und den Eisenbahnkunden wird eine größere Auswahl an wettbewerbsfähigen Eisenbahndiensten vorenthalten.

Deutsche Bahn und SNCF lösen Überkreuzbeziehungen

23. Juni 2010

Die Logistiksparte der Deutschen Bahn AG (DB Schenker) übernimmt von der französischen Bahn SNCF 20 Prozent des spanischen Schienentransporteurs Transfesa, von dem die DB mit bisher 55 Prozent bereits Mehrheitseigner ist. Medienberichten zufolge erhält die SNCF den DB Schenker-Anteil von zehn Prozent an der französischen Güterbahn STVA. Beide Anteile wurden mit je 24 Millionen Euro bewertet und konnten gegeneinander getauscht werden. Damit lösen beide Unternehmen eine Überkreuzbeteiligung auf und der Konkurrenzkampf der beiden Bahnriesen verschärft sich. Eine öffentliche Stellungnahme lehnten beiden Konzerne ab, DB-intern hieße es allerdings, dass es durch die bisherigen Beteiligungen keine positiven Effekte gegeben habe und die Auflösung des Verhältnisses mit der Schaffung klarer Strukturen begründet. Die französische Politik ist besorgt über diese Entwicklungen, welche die beiden Bahn-Unternehmen aus ihrer Sicht weiter in die Opposition zueinander bringen.

Neues Ticketingsystem in Rostock von Höft & Wessel

23. Juni 2010

Der Geschäftsbereich Almex des IT Hard- und Softwarehersteller Höft & Wessels AG hat von dem Nahverkehrsunternehmen der Hansestadt Rostock – der Rostocker Straßenbahn AG – den Auftrag für die Lieferung von 105 mobilen Fahrkartenverkaufsgeräten (zum Fahrkartenkauf in den Zügen) und 63 stationären Verkaufsautomaten inkl. Anwendungssoftware und Backoffice-System erhalten. Bis zum Jahresende soll das neue Ticketingsystem installiert werden.
Kommunikation der mobilen Fahrkartenautomaten mit dem Backoffice-System erfolgt über das GSM (Mobilfunk). Die stationären Automaten kommunizieren je nach vorhandener Infrastruktur über Netzwerkanschluss oder Mobilfunk.

Informationsangebot zum Hessischen Schienengüterverkehr

22. Juni 2010

250 Zugangsstellen und etwa 90 Eisenbahn- und Dienstleistungsunternehmen rund um das Schienennetz gibt es in Hessen. Das Hessische Landesamt für Straßen und Verkehrswesen hat hierzu Karten erstellt, in denen Gleisanschlüsse, Umschlagstellen für den kombinierten Verkehr auf Schiene und Straße, Holzverladestellen und weitere öffentliche Ladegleise inklusive Kontaktmöglichkeit zu finden sind. Das Umfangreiche Informationsangebot kann unter http://www.hsvv.hessen.de/ abgerufen werden.

Verbesserung des Handels in Europa

22. Juni 2010

Ein reibungsloser Handelsfluss zwischen EU-Ländern benötigt ein effizientes, internationales Frachtsystem. Die Europäische Politik fördert auf dem gesamten Kontinent den Schienengüterverkehr und will sich von dem teuren und umweltbelastenden Straßenverkehr weitgehend verabschieden. Für die erfolgreiche Umsetzung muss in ganz Europa ein einheitliches, integriertes Schienengütersystem eingeführt und betrieben werden.
Ein EU-finanzierte Projekt “Implementing change in the European railway system” (Reorient) hat untersucht, wie der Schwerpunkt vom Straßenverkehr auf ein reibungsloses Bahnsystem in ganz Europa gelenkt werden könnte. Ziel war es, die Hindernisse für diese Umstrukturierung zu ermitteln und zu bewerten. Außerdem Probleme zu analysieren, die durch Inkompatibilität der Technologien und Infrastrukturen in den einzelnen Ländern entstehen.
Die wichtigste Voraussetzung für die Entwicklung eines reibungslosen Systems ist eine technische Harmonisierung über die Grenzen hinaus, was europaweit Anklang fand.
Ein weiterer wichtiger Schritt zur Verbesserung des Handels in Europa besteht darin, dass die Hauptakteure in Verbindung bleiben.

Alkoholverbot im Regionalverkehr?

22. Juni 2010

Bereits 380 Verkehrsunternehmen in Deutschland haben ein komplettes oder Teilweise-Trinkverbot eingeführt. Die Erfahrungen seien durchweg positiv: Eine rückläufige Zahl von Gewalt- und Vandalismusdelikten und eine große Akzeptanz seitens der Fahrgäste sind die Folge. Auf der Konferenz der Innenminister der Länder im Mai verständigte man sich darauf, allen Verkehrsunternehmen im Nahverkehr eine “konsequente unternehmerische Durchsetzung des Alkoholverbots” zu empfehlen. Die Überwachung des Verbotes in den Zügen ist allerdings ein personelles Problem.
Die Deutsche Bahn AG stehe einem Alkoholverbot im Nachverkehr offen gegenüber, machte aber deutlich, dass sie ein solches Verbot alleine nicht kontrollieren könne und forderte öffentliches Personal von Bund und Ländern.
Verbände und Bahngewerkschaften warnen davor, das Alkoholverbot auch auf der Fernstrecke umzusetzen. Auch die Bahn erklärte, dass das Verbot für sie nur im Regionalverkehr denkbar sei.

Deutsche Bahn erzielt mehr Gewinn als erwartet

22. Juni 2010

Die DB hat im ersten Halbjahr 2010 mehr Gewinn gemacht, als von ihr selbst erwartet. In den ersten vier Monaten lag der Gewinn bei fast 500 Millionen Euro und damit um gut 25 Prozent über dem Vorjahreszeitraum und 20 Prozent über den eigenen Planungen.
Gründe hierfür seien der Sparkurs, aber auch die anziehende Konjunktur.
Mit 10,5 Milliarden Euro Umsatz liegt das erste Halbjahr über dem Plansoll. Erreicht wurden 300 Millionen Euro im Nahverkehr und 60 Millionen Euro im Bereich Logistik (DB Schenker). Der Schienengüterverkehr blieb im Minus. Die Umsätze zogen zwar um etwa 20 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro an, aber es fehle an Güterwagen, Loks und an Personal, sodass der Markt nicht adäquat bedient werde könne.

Deutsche Bahn: CO2-freie Umweltangebote bei UIC Nachhaltigkeitspreis auf Platz zwei

21. Juni 2010

Seit 2009 bietet die DB unter den Namen „Eco Plus“ und „bahn.corporate Umwelt-Plus“ ihren Kunden im Güter- und Personenverkehr TÜV geprüfte CO2-freie Beförderung an. Mit diesem Konzept belegte die Deutsche Bahn beim diesjährigen UIC Nachhaltigkeitspreis Platz zwei. Die für die Beförderung benötigte Strommenge bezieht die Bahn komplett aus regenerativen Energiequellen in Deutschland. Anders als bei Kompensationsangeboten, welche die entstandene Menge CO2 durch Investition in Umweltprojekte „freikaufen“, entsteht bei der DB durch die grüne Energie erst gar kein CO2. 2010 sollen so bereits voraussichtlich 14.000 Tonnen CO2 eingespart werden.
Der “UIC Sustainability Award” wird jährlich vom internationalen Eisenbahnverband (UIC) auf der UIC Sustainability Conference vergeben.

GDL fordert fünf Prozent mehr Lohn

21. Juni 2010

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) fordert auf Basis des Lokführer Tarifvertrages mit der Deutschen Bahn AG eine Tarifsteigerung von fünf Prozent für die Lokführer. Zusätzlich soll ein einheitlicher Bundesrahmen-Lokomotivführer-Tarifvertrag mit der DB und andern Unternehmen im Schienenverkehr abgeschlossen werden. Damit verfolgt die GDL das Ziel, ein einheitliches Vergütungsniveau für alle Lokführer in Deutschland zu schaffen. Auch Transnet/GDBA wollen ein Lohndumping im Regionalverkehr vermeiden und verhandeln bereits über einen Branchentarifvertrag. Sollten die Arbeitgeber sich nicht bewegen, drohen beide Gewerkschaften mit Streikmaßnahmen noch in diesem Sommer.

DB will fast zwei Milliarden Euro in Thüringen investieren

21. Juni 2010

Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht und der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG, Dr. Rüdiger Grube, haben sich auf dem Bahngipfel in Erfurt übereinstimmend dafür ausgesprochen, die Eisenbahninfrastruktur in Thüringen mit großem Nachdruck voranzubringen. “Die DB wird allein in Thüringen von 2010 bis 2014 fast zwei Milliarden Euro in die klimafreundliche Schiene investieren”, sagte DB-Chef Grube. Freistaat und DB waren sich vor allem darin einig, dass die Mitte-Deutschland-Verbindung (MDV) in Thüringen und Sachsen vollständig und zügig ausgebaut werden muss. “Mit den vorhandenen Infrastrukturkapazitäten stoßen wir in diesem Abschnitt jeden Tag aufs Neue an unsere Grenzen. Schon heute sind auf dieser Strecke täglich rund 25.000 Reisende unterwegs, mehr als doppelt so viele wie noch vor zehn Jahren“, so Grube. Weitere wesentliche Bauvorhaben sind der Neu- und Ausbau der Magistrale Berlin-Erfurt-München sowie die Modernisierung der Leit- und Sicherungstechnik im gesamten Freistaat. (PM DB)

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