Monatsarchiv für April 2010
Deutsches Schienennetz dramatisch geschrumpft
admin 29. April 2010
Kein anderes Land im Kerngebiet der Europäischen Union hat sein Schienennetz in den vergangenen 20 Jahren so gewaltig geschrumpft wie Deutschland. Mit einem Minus von 17,4 Prozent im Zeitraum von 1990 bis 2008 gehört Deutschland zu den abgeschlagenen Schlusslichtern der EU 27: Nur Polen platzierte sich mit einem Abbau von 25,2 Prozent seiner Netzlänge noch hinter Deutschland. Nach einer Aufstellung der Allianz pro Schiene, die auf Daten der EU-Kommission basiert, schrumpfte das Schienennetz in ganz Europa im selben Zeitraum um 8,1 Prozent. Dagegen setzte rund ein Drittel der EU-Länder auf den Ausbau des heimischen Eisenbahnnetzes: Die Schweizer Schienenwege wuchsen um 10,6 Prozent, Italien (plus 4,9 Prozent) und Spanien (plus 3,5 Prozent) bauten ebenfalls ihr Gleisnetz aus. „Mit seinem Schrumpfkurs geht Deutschland einen Sonderweg und droht, den internationalen Anschluss zu verpassen“, kritisierte der Vorsitzende der Allianz pro Schiene, Klaus-Dieter Hommel und warnte zugleich vor dem Reflex, die Streckenstilllegungen den Eisenbahninfrastrukturunternehmen anzulasten. „Die Verantwortung für die Schieneninfrastruktur liegt beim Staat: Die Netzschrumpfung ist politisch gewollt.“
Die Allianz pro Schiene beklagte, dass die Regierung beim Thema Neu- und Ausbau in Deutschland immer noch einseitig auf Asphalt setze. Während das Schienennetz seit 1990 ein Sechstel seiner Länge eingebüßt hat, wächst das deutsche Straßennetz kontinuierlich. Mit 231.000 Kilometern ist es heute 2,1 Prozent länger als 1991. „Angeblich wollen wir Verkehrsverlagerung auf die Schiene, aber gleichzeitig werden Straßen gebaut und Schienen abgebaut“, sagte der Allianz-Vorsitzende. „Die tatsächlich praktizierte Schwerpunktsetzung geht damit in die falsche Richtung.“
Weitere Informationen und Grafiken zur Entwicklung der Schienennetzlänge in verschiedenen europäischen Ländern unter www.allianz-pro-schiene.de
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Inbetriebnahmegenehmigung für das Triebfahrzeug 01 1075
admin 28. April 2010
Nach erfolgreicher Nachrüstung mit dem Zugbeeinflussungssystem PZB 90 hat das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) am 27. April 2010 die Inbetriebnahmegenehmigung für die Dampflok 01 1075 erteilt. Das Triebfahrzeug erfüllt somit die heutigen Sicherheitsanforderungen und darf auf dem deutschen Schienennetz eingesetzt werden, teile der Sprecher der Behörde, Ralph Fischer, mit.
Gegenstand der Inbetriebnahmegenehmigung des EBA ist darüber hinaus der Einbau des niederländischen Zugbeeinflussungssystems ATB-E. Damit kann das Fahrzeug auch grenzüberschreitend auf dem niederländischen und deutschen Eisenbahnnetz verkehren. (PM EBA)
Franzosen interessieren sich für Berliner S-Bahn
admin 28. April 2010
Berlin wird möglicherweise ein Viertel des S-Bahnverkehrs europaweit ausschreiben. Diese Absicht des Senats erschien Anfang Februar im Amtsblatt der EU. Das heißt, die S-Bahn könnte ab 2017 zumindest in Teilen von Franzosen, Dänen oder Schweizern gesteuert werden. Der Wunsch bei ausländischen Eisenbahnunternehmen sei groß, in der deutschen Hauptstadt Fuß zu fassen, bestätigte Hans-Werner Franz, Chef der Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB). Zu den Interessenten gehörten unter anderem Veolia Verkehr oder Keolis. Aber auch die Benex sowie die Dänische Staatsbahn und die Schweizer Bundesbahn SBB haben Informationen über eine mögliche Teil-Ausschreibung der Berliner S-Bahn angefordert. (PM mofair)
Zukunftskonzept für den Nahverkehr auf der Schiene
admin 27. April 2010
Die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen mbH (LNVG) hat in Lüneburg das Zukunftskonzept Schienenpersonennahverkehr (SPNV) für den Nordosten Niedersachsens vorgestellt. Kern des Konzepts ist die Sicherung aller bestehenden SPNV-Linien verbunden mit der Ausweitung des Verkehrsangebots, die weitere Modernisierung von Fahrzeugen und Stationen sowie der Einsatz von mehr Personal in den Zügen. (PM LNVG)
Deutsche Bahn verzeichnet Zuwachs bei den Gütern
admin 26. April 2010
Die Deutsche Bahn hat im ersten Quartal 2010 im europäischen Schienengüterverkehr ein Plus von 14 Prozent verzeichnet, in der Luftfracht sind es 26 Prozent. Der Konzernumsatz sei im ersten Quartal 2010 um knapp acht Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen.
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Deutsche Bahn einig mit Arriva
admin 22. April 2010
Medienberichten zufolge übernimmt die Deutsche Bahn den britischen Bahnbetreiber Arriva für rund 1,8 Milliarden Euro, 775 Pence pro Arriva-Aktie soll das Gebot der DB sein. Es würde sich um den größten Deal handeln, den die DB je im Ausland getätigt hat, sollte es zu der freundlichen Übernahme kommen. In einem Statement der Bahn in London heißt es, Arriva und die Bahn würden gemeinsam “ein wirklich internationales Verkehrs- und Logistikunternehmen, eine der größten Personenverkehrsgruppen in Europa, die die notwendige Größe, das Wissen und die Erfahren haben, um einen effektiven Wettbewerb auf den immer stärker liberalisierten Verkehrsmärkten zu sichern”.
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Metronom Geschäftsführer abberufen
admin 21. April 2010
Die Metronom Eisenbahngesellschaft mbH hat mit Wirkung zum 20. April seine beiden Geschäftsführer Dr.-Ing. Carsten Hein und Henning Weize abberufen. Als Interimsgeschäftsführer leitet Wolfgang Birlin das Uelzener Unternehmen weiter.
Umweltvorteil der Bahnen wächst
admin 21. April 2010
Zur Präsentation ihrer frisch aktualisierten Umweltdatenbank haben der Verband der Bahnindustrie in Deutschland (VDB) e.V., der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) und Allianz pro Schiene darauf hingewiesen, dass die Bahnen ihren Umweltvorteil gegenüber anderen Verkehrsträgern im Zeitraum von 1995 bis 2008 gehalten und zum Teil sogar beträchtlich ausgebaut haben. In wesentlichen Umweltparametern liegen die Bahnen weit vor Pkw und Lkw. Aber auch in der Entwicklungslinie haben sie sich deutlich schneller verbessert als der Straßenverkehr. Mit rund 24 Prozent Minderung im spezifischen Energieverbrauch von 1995 bis 2008 rangiere der Reisezug klar vor dem Pkw. (PM VDB)
Mehr Informationen unter www.allianz-pro-schiene.de.
Siemens schließt Rahmenvereinbarung mit ÖBB
admin 20. April 2010
Siemens hat mit der Österreichischen Bundesbahn (ÖBB) vereinbart, innerhalb der nächsten fünf Jahre bis zu 200 Regionalverkehrszüge zu liefern. Die Triebfahrzeuge vom Typ Desiro ML können von der ÖBB während dieses Zeitraums bedarfsgerecht abgerufen werden. Die entsprechende Rahmenvereinbarung beinhaltet die Option, dass Siemens die Wartung der bestellten Züge übernimmt. Bei Abruf sämtlicher Leistungen ergibt sich ein Gesamtauftragsvolumen von rund einer Milliarde Euro. Die Fahrzeuge sollen in den Siemens-Werken in Wien, Österreich, oder Krefeld, Deutschland, gefertigt werden. Die Vereinbarung kann von ÖBB auch über 2015 hinaus verlängert werden.
“Wir freuen uns, den Zuschlag bei einer der größten europaweiten Ausschreibungen für elektrische Regionalzüge erhalten zu haben. Dies zeigt, dass unsere Neuentwicklungen auf dem Markt erfolgreich sind und bestätigt unsere Innovationsstärke“, sagte Hans-Jörg Grundmann, CEO der Siemens-Sparte Mobility. Die Desiro-Züge für ÖBB erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von 160 Kilometern pro Stunde und sollen in Deutschland und Österreich verkehren. Zuletzt hatte die belgische Staatsbahn mehr als 300 Fahrzeuge dieses Typs bei Siemens bestellt. (PM Siemens)
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