Monatsarchiv für Februar 2010

Unbekannte beschädigten Zuggarnituren der BLB

26. Februar 2010

Nur einen Tag nach der behördlichen Zulassung, in der Nacht von 25. auf 26. Februar 2010, wurden die FLIRT-Triebwägen der Berchtesgadener Land Bahn Opfer eines Vandalismusaktes. Von Unbekannten wurden bei den Zügen zahlreiche Scheiben eingeschlagen und die Außenseiten teilweise mit großen Grafittis besprüht.
„Der Schaden beträgt nach ersten Polizeiangaben rund 100.000 Euro. „Wir sind erschüttert über diese Tat und bedauern diesen Vorfall zutiefst. Wir hoffen bei unseren Fahrgästen auf Verständnis“, sagt Arnulf Schuchmann, Geschäftsführer der Berchtesgadener Land Bahn. Nach nur einem Tag Betrieb müssen die Fahrgäste statt in die neuen FLIRT wieder in Ersatzzüge und Busse einsteigen. Die neuen Triebwagen können bis zur Behebung des Schadens nicht eingesetzt werden. (PM BLB)

Betriebszentralen der DB Netz AG müssen für EVU geöffnet werden

26. Februar 2010

Das Eisenbahn-Bundesamt verpflichtet die DB Netz AG, ab dem 1. September 2010 interessierten Wettbewerbern des DB-Konzerns Zugang zu den unternehmenseigenen Betriebszentralen zu gewähren. Außerdem muss sie allen betroffenen EVU ständig einen Überblick über den aktuellen Zugverkehr auf den Strecken geben. „Die EVU sind durch unsere Entscheidung in der Lage, das Geschehen auf dem Netz nachzuvollziehen und ihren Zugverkehr an veränderte Situationen optimal anzupassen“, sagt der Sprecher des Eisenbahn-Bundesamtes, Sebastian Apolony.
„Unser Bescheid beseitigt die informationelle Schieflage und die unzulässig erhöhten Einflussnahmemöglichkeiten der DB-eigenen EVU“, erläutert Apolony. „Die Maßnahme dient der Sicherstellung eines wirksamen und unverfälschten Wettbewerbs auf der Schiene. In den nächsten zwei Jahren werden wir prüfen, ob die angeordneten Maßnahmen ausreichend sind, um die Ziele der Entflechtungsvorschriften zu erreichen.“ Zeitgleich ergeht ein Bescheid der Bundesnetzagentur (BNetzA), die ihre Entscheidung auf das Regulierungsrecht stützt und zu derselben Erkenntnis gelangt. (PM EBA)

Kleine Anfrage zur Situation beim Schienengüterverkehr

26. Februar 2010

Die SPD-Fraktion hat eine Kleine Anfrage zur aktuellen Situation beim Schienengüterverkehr gestellt. Die Bundesregierung soll erklären, wie für sie ein nachhaltiges Güterverkehrskonzept aussieht, das sowohl die Ziele des Klimaschutzes als auch wirtschaftliches Wachstum verbindet. Außerdem wird gefragt, wie die Regierung den „Masterplan Güterverkehr“ umsetzen will, wenn bei DB Schenker Rail die Leistungsfähigkeit massiv eingeschränkt werde. Die Abgeordneten interessiert auch, ob die Bundesregierung den „Rückzug der Deutschen Bahn aus der Fläche“ verhindern will. (PM Bundestag)

S-Bahn Berlin: Entschädigung für Kunden

26. Februar 2010

Die S-Bahn Berlin will ihre Kunden für die Beeinträchtigungen im S-Bahn-Verkehr entschädigen. Im November und Dezember diesen Jahres fahren Inhaber von Jahreskarten und Abos umsonst. Kunden, die ihre Jahreskarte bereits bar bezahlt haben, können sich den Betrag ab dem 1. April 2010 erstatten lassen. An den November- und Dezember-Wochenenden können Fahrgäste ihren Einzelfahrschein als Tagesticket werden. Die Entschädigungen haben einen Wert von insgesamt 70 Millionen Euro.

(PM S-Bahn Berlin)

Bombardier baut Doppelstockzüge für die SNCF

25. Februar 2010

Bombardier Transportation hat eine von der französischen Staatsbahn (SNCF) im Auftrag der französischen Regionen durchgeführte Ausschreibung für neue Doppelstockzüge gewonnen. Der Rahmenvertrag umfasst die Konstruktion und den Bau von 860 elektrischen Doppelstock-Triebzügen im Gesamtwert von rund 8 Milliarden Euro vorbehaltlich der Nutzung einiger technischer Optionen. Gleichzeitig hat die SNCF einen ersten Auftrag über 80 Züge im Wert von circa 800 Millionen Euro unterzeichnet, die Finanzierung wird von den französischen Regionen übernommen. Die Auslieferung der Doppelstockzüge aus dem ersten Auftrag soll im Juni 2013 beginnen und bis Dezember 2015 dauern. (PM Bombardier)

VBB kritisiert S-Bahn-Ergebnisbericht der DB

24. Februar 2010

Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg kritisierte den Ergebnisbericht zu den Ursachen der S-Bahn-Krise, den die DB gestern vorgestellt hat. So seien nur die technischen Probleme dargestellt worden, die wirklichen Gründe blieben weiterhin ungeklärt. Hans-Werner Franz, Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg: „Ein Vorschieben konstruktionsbedingter Mängel ist nicht akzeptabel. Die S-Bahn hat in der Vergangenheit nachweislich Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten grob vernachlässigt und massiv Werkstatt- und Personalkapazitäten abgebaut, um Kosten zu sparen.“ Der VBB sieht eine Pflichtverletzung des S-Bahn-Aufsichtsrates und des DB-Konzerns gegeben, denn Aufsichtsrat und Eigentümer eines Unternehmens hätten die Pflicht, die Geschäftsführung zu kontrollieren. Man müsse blind sein, wenn man den Abwärtstrend, der bereits 2007 begonnen habe, bei der S-Bahn übersehen habe, so Franz weiter. (PM VBB)

Deutsche Bahn fordert Bilfinger und Berger auf, Informationen sofort offen zu legen

22. Februar 2010

Nach eigener interner Prüfung hat die Deutsche Bahn weiterhin keine Erkenntnisse über Unregelmäßigkeiten an Bauwerken, die durch die Firma Bilfinger und Berger errichtet wurden. DB-Infrastrukturvorstand Dr. Volker Kefer: “Wir fordern Bilfinger und Berger ultimativ auf, uns sofort alle Informationen offenzulegen, die eine Überprüfung konkreter Bauwerke ermöglichen. Wir leisten jeden Beitrag für eine schnelle und transparente Aufklärung”, so Dr. Kefer weiter, “sind aber dabei zwingend auf Informationen von Bilfinger und Berger angewiesen.” (PM DB)

Bahnbranche blickt in unsichere Zukunft

19. Februar 2010

Das Geschäftsklima der deutschen Bahnbranche gibt im ersten Quartal 2010 erneut leicht nach. Das ergab das SCI Branchenbarometer. Die Geschäftserwartung verschlechtert sich gegenüber dem Vorquartal, allerdings zeigen die Unternehmen durchaus uneinheitliche Tendenzen. Die wachsende Skepsis über die zukünftige Geschäftsentwicklung resultiert vor allem aus sinkenden Auftragspolstern. Nur noch 3 Prozent melden einen verhältnismäßig großen Auftragsbestand (im Vorquartal waren es 17 Prozent). Offenbar sind die Zukunftserwartungen der deutschen Bahnindustrie gespaltener denn je: Während sich Unternehmen im Bereich Infrastruktur und Personenverkehr teilweise über neue Aufträge freuen können, bleibt die Lage im Güterverkehrssektor krisenhaft.
Grafik: SCI
Seit dem zweiten Quartal 2009 müssen immer mehr Unternehmen ihre Preise senken. Bei sinkender Nachfrage sehen die befragten Unternehmen kaum Chancen für die Durchsetzung ihrer Zielpreise: Im ersten Quartal 2010 erwarten 10 Prozent der Befragten im nächsten halben Jahr Preissteigerungen und mehr als 30 Prozent Preissenkungen. Mehr als ein Viertel der Befragten erwarten im nächsten halben Jahr sinkende Mitarbeiterzahlen. Auslaufende und gestoppte Aufträge, nicht eingelöste Optionen und gestreckte Auslieferungen zwingen die Unternehmen, über Personalentlassungen nachzudenken. Regionale Expansion und die damit verbundenen verstärkten Marktforschungstätigkeiten gewinnen wieder an Bedeutung. Die Unternehmen werden mit der Erschließung von Auslandsmärkten versuchen, der Senkung der Inlandsnachfrage entgegen zu wirken, um eine Stilllegung von Produktionskapazitäten zu vermeiden.

Die Bahnindustrie bleibt von der Krise bisher – gemessen an anderen Industriebranchen – relativ verschont. Fast 70 Prozent der Befragten melden einen saisonüblichen Auftragsbestand. Hinzu kommt, dass die aktuelle Auftragslage noch weit positiver ist als in den besonders schwierigen Jahren 2004 und 2005. (PM SCI)

BAG-SPNV fordert neues Stationspreissystem

18. Februar 2010

Bernhard Wewers, Präsident der BAG-SPNV

Bernhard Wewers, Präsident der BAG-SPNV

Die BAG-SPNV fordert ein neues Stationspreissystem der Deutschen Bahn AG, nachdem die Bundesnetzagentur das bisherige Stationspreissystem nun abgelehnt hat. Jetzt besteht endlich die Möglichkeit, die Gebühren für die Nutzung der Bahnstationen transparent, stationsscharf und kostengerecht neu festzulegen.
Künftig sollen die Nutzungsgebühren für die Stationen nach dem Willen der BAG-SPNV für jede Station individuell festgelegt werden. Das bisherige DB-System arbeitete mit pauschalen Kategorien. Nur durch stationsscharfe Gebühren ist aber eine transparente Darstellung möglich, welche Kosten für eine Station anfallen, welches Budget dem Stationsbetreiber zur Verfügung steht und welche Auswirkungen der Einsatz von möglichen öffentlichen Fördermitteln für die Stationsinfrastruktur hat. Außerdem wird es so möglich, die jeweiligen Einnahmen der DB Station&Service AG durch die Vermietung und Verpachtung von Flächen in Empfangsgebäuden bei der individuellen Höhe der Nutzungsgebühr einer Station zu berücksichtigen.
Bernhard Wewers, Präsident der BAG-SPNV: “Wir zahlen jedes Jahr bundesweit rund 570 Millionen Euro Stationsgebühren an DB Station&Service. Angemessene und transparente Preise sind für uns wichtig, weil jeder Euro zuviel für die Stationen natürlich dafür fehlt, Züge fahren zu lassen. Dass die Deutsche Bahn dafür auf einen Teil ihres Monopolgewinns verzichten muss, halten wir für vertretbar.“ (PM BAG SPNV)

Personenverkehr: Straße schrumpft, Schiene wächst

18. Februar 2010

Beim Güterverkehr hat der Marktanteil des Lkw im Jahr 2009 einen historischen Höchststand erreicht. Das geht aus den neuesten Angaben des Jahrbuchs „Verkehr in Zahlen“ und aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor. Danach hat der Lkw einen Modal Split von 72 Prozent, während der Marktanteil des Schienengüterverkehrs 2009 nach fünf Wachstumsjahren erstmals um gut einen Prozentpunkt auf 16,2 Prozent gesunken ist. Der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, Dirk Flege, wies darauf hin, dass die Entwicklung im Personenverkehr – trotz Wirtschaftskrise – genau gegenläufig sei. „Seit Jahren wächst der Personenverkehr auf der Schiene, während die Straße schrumpft“, sagte Flege. So sei die Zahl der Personenkilometer bei der Eisenbahn im Jahr 2008 um 4,3 Prozent gewachsen, während der Pkw-Verkehr ein Minus von 1,6 Prozent zu verzeichnen habe. An diesem Trend hat sich auch in der Wirtschaftskrise nichts geändert. Die Eisenbahn hat laut „Verkehr in Zahlen“ im Jahr 2008 mit 7,6 Prozent den höchsten Marktanteil seit der Wiedervereinigung erreicht. Im gleichen Jahr sank der motorisierte Individualverkehr (MIV) mit 79,6 Prozent auf den tiefsten Wert seit 1990.

Flege forderte die Bundesregierung auf, die politischen Rahmenbedingungen zugunsten des Schienenverkehrs zu verändern. „Die Menschen entdecken die Eisenbahn wieder, da zeichnet sich ein fundamentaler Bewusstseinswandel ab. Es ist an der Zeit, das Angebot massiv auszubauen.“ Für den Güterverkehr erinnerte Flege daran, dass das Ziel „Verkehrsverlagerung von der Straße auf die Schiene“ im Koalitionsvertrag der schwarz-gelben Bundesregierung stehe. „Wenn die Regierung ihre eigenen Ziele ernst nimmt, muss sie jetzt gegensteuern und etwas für den Eisenbahngüterverkehr tun“, sagte Flege. Die Zahlen zeigten deutlich, dass die Wirtschaftskrise die jahrelange Wachstumsperiode im Schienengüterverkehr unterbrochen habe. „Der Eisenbahngüterverkehr ist krisenbedingt fast doppelt so hart getroffen worden wie der Lkw-Verkehr. Hier ist ganz klar die Politik gefragt.“ (PM Allianz pro Schiene)

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